Silver Lakes gemeldete Übernahme-Gespräche mit Workday haben einen Bewertungsmassstab für Enterprise-Software-Fusionen gesetzt. Ein geschätztes Angebot von rund 224 Dollar pro Aktie impliziert einen 15-fachen Free-Cash-Flow-Multiplier für Workdays Geschäftsjahr 2028.
Der potenzielle Deal, erstmals am 13. August 2026 von Reuters gemeldet, löste einen Kursanstieg von 25 Prozent bei Workday und am folgenden Tag eine breitere Rallye europäischer Software-Namen aus. Nemetschek legte um 9,4 Prozent zu und Sage gewann 3,5 Prozent, was auf die optimistische Erwartung der Anleger deutete, dass das Interesse des Private-Equity-Sektors auf weitere unterbewertete Infrastruktur-Plattformen übergreifen könnte.
Workday meldete für das zweite Quartal des Geschäftsjahres 2026 am 27. August 2026 einen bereinigten Gewinn pro Aktie von 2,75 Dollar und übertraf damit die Schätzungen von 2,61 Dollar. Die Aktien notierten im ausserbörslichen Handel unverändert. Der Abonnementumsatz belief sich auf 2,47 Milliarden Dollar und lag leicht über dem Konsens von 2,46 Milliarden Dollar. Während der Ergebnispräsentation äusserte sich das Management nicht zu Übernahmespekulationen — eine Haltung, die häufig als Indiz für laufende Deal-Verhandlungen gewertet wird.
Analysten bei KeyBanc um Jason Celino schätzen die implizierte Bewertung auf rund 43 Milliarden Dollar für Workday, was dem 15-fachen FY28 EV/FCF-Rahmen des Unternehmens entspricht. Der potenzielle Übernahmepreis würde einen Aufschlag auf Workdays aktuelle Notierung darstellen und untermauert die Einschätzung, dass Private-Equity-Unternehmen Enterprise-Software — insbesondere KI-gestützte Plattformen — im Vergleich zu den öffentlichen Marktmultiplikatoren als unterbewertet einstufen.
Truist Securities hat eine Liste von Software-Zielunternehmen identifiziert, die ähnliches Interesse wecken könnten. Diese wurde in eine «A-Liste» von Firmen eingeteilt, die unter aktivistischem Druck stehen oder kürzlich unterperformt haben — darunter Commvault, Elastic, Five9, GitLab, HubSpot, UiPath, Varonis und Zeta Global — sowie in eine «B-Liste» etablierter Marken wie Dynatrace, Intapp, JFrog, Klaviyo, Paylocity, Qualys und Tenable. ServiceNow und Atlassian, die 2025 grosse Übernahmen abgeschlossen haben, gelten aufgrund der Integrationsbemühungen auf absehbare Zeit als unwahrscheinliche Käufer.
Workdays jüngste Akquisitionen, darunter die KI-Plattform für Talentakquise Paradox und das Low-Code-Integrationstool Pipedream, unterstreichen den Fokus auf KI-gestützte Enterprise-Lösungen. Die Weigerung des Unternehmens, während der Ergebnispräsentation auf Deal-Spekulationen einzugehen, hat die Marktgerüchte weiter angeheizt. Die Anleger priorisieren dabei Übernahmearchitekturen gegenüber operativen Updates.












