Die Aktien der Innoscripta SE fielen am Dienstag um 8,98 % auf 75,90 €, nachdem der deutsche Betreiber der Plattform für Forschungs- und Entwicklungssteuerkredite ein Umsatzwachstum für das 2. Quartal 2026 berichtete, aber gleichzeitig Verzögerungen durch eine grosse interne Softwareumstellung anführte.
Das Unternehmen, das unter dem Ticker 1INN notiert, verzeichnete im H1 2026 einen Umsatz von 63 Millionen Euro, ein Direktabschluss von 43% gegenüber 44 Millionen Euro im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) stieg um 49% auf 36,4 Millionen Euro, gegenüber 24,5 Millionen Euro im H1 2025. Das Management bestätigte erneut die Prognose für das Gesamtjahr 2026 mit einem Umsatz von 140 Millionen Euro und einem EBIT von 80 Millionen Euro.
Den Rückgang im Bestand hat eine Software-Migration im 1. Quartal 2026 verursacht, der „Clusterix-Migration“, die den Antragseingang für ungefähr 1,5 Monate behindert hat. Das Unternehmen wies darauf hin, dass die verschobenen Umsätze nicht verloren gehen und in späteren Quartalen erkannt werden. Innoscriptas Kernkundenstamm in Deutschland umfasst 2.900 Unternehmen mit einer Verlässlichkeitsrate von unter 2%. Laut CEO Michael Hohenester hat die Plattform rund 10% der deutschen R&D-Mitarbeiter gewonnen.
Die Ausgaben für das Geschäftsjahr 2026 stiegen in allen Kernbereichen. Die Erlöse aus Vertrieb und Marketing erhöhten sich von 8,9 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum auf 12,4 Millionen Euro, die Ausgaben für Forschung und Entwicklung von 3,1 Millionen Euro auf 4 Millionen Euro. Die allgemeinen und administrativen Ausgaben beliefen sich auf 11 Millionen Euro, was 17 bis 18 Prozent des Umsatzes entspricht, während sie im ersten Halbjahr 2025 noch 8,2 Millionen Euro betrugen. Der Bruttoertrag belief sich im Berichtszeitraum auf 63 Millionen Euro.
Das Unternehmen verfügt über eine solide Bilanz mit mehr verfügbaren Mitteln als Schulden und einem P/E-Verhältnis von 20,3. Der Erlös aus der Kassierung übertraf das vertraglich vereinbarte Absatzvolumen um 108 %. Die Standard-Lieferungsfrist beträgt 180 Tage nach BSFZ-Bewilligung. Innoscripta expandiert in Frankreich, den USA und das Vereinigte Königreich, wobei das Management keine signifikanten Umsatzbeiträge aus diesen Märkten für 2026 прогnoziert. Das Unternehmen strebt eine Jahresumsatzhöhe von 1 Millionen € pro neuem Markt innerhalb von 12 Monaten an, wobei der operative Umsatzschwelle bei einem absoluten Millionen-Euro-Niveau liegt.
Innoscriptas gesamter adressierbarer Markt für Forschung-und-Entwicklungssteuerkürzungen umfasst 1,2 Milliarden Euro in Deutschland, 7 Milliarden Euro in Frankreich, 9 Milliarden Euro im Vereinigten Königreich und 34 Milliarden US-Dollar in den USA. Das Unternehmen verwendet künstliche Intelligenz hauptsächlich für das Parse von Dokumenten innerhalb der EU, ohne unmittelbare Pläne für Aktienrückkäufe oder Übernahmen.
Der Aktienkurs liegt weiterhin 45,5 % unter dem 52-Wochen-Hoch von 137 €, aber über dem Tief von 61,10 €.













