Helvetia Baloise präsentierte am Donnerstagmorgen die Ergebnisse für das erste Halbjahr als zusammengefasster Gruppe. Das Management nutzte die Gelegenheit, um den sich beschleunigenden Integrationsprozess näher zu erläutern und wichtige Meilensteine für die nächste Phase zu benennen.
CEOKevin Rupprecht sagte, die Fusion lege jetzt die Geschwindigkeit vor die Perfektion. "Die Integration konsequent und zügig durchzuführen ist besser für unsere Kunden, unsere Mitarbeiter und letztendlich auch für die Investoren", sagte er gegenüber Journalisten in Zürich. Das vertikalen Integrationsbüro wird seine Aufgaben schrittweise der regulären Organisation anvertrauen.
"Es liegt noch einiges vor uns", räumte Rupprecht ein. Er hat die Umsetzung von Synergien - was das Unternehmen "Value Capture" nennt - dem CFO Matthias Henni zuordnet, während die Überwachung des Projektportfolios in der Technologieverwaltung landet.
Die rechtliche Umstrukturierung verlief schneller als erwartet. In der Schweiz wurden die operativen Unternehmen in den Versicherungs- und Life-Geschäften rückwirkend zum 1. Januar 2026 nach einer früheren Konzernstrukturierung zusammengeführt. Auch die Vermögensverwalter wurden zusammengelegt. Rupprecht würdigte die Zusammenarbeit mit der schweizerischen Finanzmarktaufsicht (Finma) als "ausgezeichnet".
Die Harmonisierung der Arbeitsverträge in der Schweiz und in Deutschland ist abgeschlossen, und der gemeinsame Vertrieb ist in Deutschland gestartet. Für Oktober ist die Umsetzung bei Unternehmensklienten geplant. Die zusammengeführte Gesellschaft verfügt nun über eine doppelte Geschäftsgrösse in der Schweiz im Vergleich zur früheren Präsenz jeder Gesellschaft einzeln, sagte Rupprecht.
Finanzmässig hat der Konzern Synergien in Höhe von rund 350 Millionen Schweizer Franken aus der Fusion gezielt, ausserdem weitere 300 Millionen Franken an Effizienzgewinnen, die teilweise durch die Einführung von Künstlicher Intelligenz erzielt werden, was das Ziel der Kostenersparungen auf ungefähr 650 Millionen Franken erhöht.
Die Integration verändert auch die Technologieführerschaft des Unternehmens. Helvetia Baloise hat die Funktion des KI-Transformationsmannagers geschaffen und sie mit der Position des Chief Technology Officer verbunden. Rupprecht sagte, dass dieser Schritt das Tempo der KI-Einführung "noch steigern" würde.
Das Management nannte den Hagelsturm im August als frühes Beispiel: Ein Kundendienst-Chatbot verarbeitete während der Spitzenzeiten vier Mal so viele Nachrichten wie normalerweise und sendete oder antwortete pro Kunde drei bis vier Nachrichten pro Sekunde.
Rupprecht bemerkte, dass jedes der früheren Unternehmen dem zusammengeschlossenen Unternehmen unterschiedliche Stärken geboten hat – Baloise hat mit seiner Bankgeschäftsdivision das Vermögensmanagement aufgefahren, während Helvetias Geschäft mit Spezialmärkten in diesem Segment dominiert.













