Die europäischen Aktienmärkte öffneten am Freitag vorsichtig. Der deutsche Leitindex Dax ging um 0,4 % auf 25.621 Punkte zurück. Der Index zeigt noch immer einen leichten Wochenanstieg von rund 0,1 %. Der Mittelwertsindex MDax blieb praktisch unverändert bei 31.446 Punkten, und der EuroStoxx 50 verlor 0,3 %.
Die Händler nannten die anhaltenden Spannungen im Nahen Osten und Bedenken über die Öl- und Gasversorgung als Gründe für das vorsichtige sentiment. Die Ölpreise waren zwar über Nacht etwas zurückgegangen. Der nahende "big expiration"-Tag – an dem Futures und Optionen auf Aktienindexe und Einzelwerte ablaufen – könnte Preisbewegungen verstärken, da die Marktteilnehmer ihre Positionen vor den Vertragsablaufs terrorisieren.
Unter den Einzelaktien führte Infineon den Dax mit einem Plus von 3,4% an, nachdem Oddo BHF seine Bewertung von "Neutral" auf "Outperform" erhöht hat. Als Begründung für die Verbesserung des Geschäftsausblicks wurden die Jahre 2021 bis 2027 angegeben. Auch andere Halbleiterunternehmen verbesserten sich: Siltronic, der beste Wert im MDax, stieg um 6,4% auf rund 74 Euro und veranlasste die UBS, ihr Kursziel zu erhöhen von 105 auf 120 Euro. Aixtron, Suss Microtec und Jenoptik gewannen jeweils bis zu 2,8%.
Im Gegensatz dazu sanken die Aktien der Deutschen Telekom um 3,4 % nach einer negativen Analysten-Note zum französischen Konkurrenten Orange, wodurch das Papier auf sein niedrigstes Niveau seit Anfang August fiel und damit der schlechteste Wert im Dax wurde.
Mieten im Verteidigungsbereich profitierten von Aufstockungen: Renk stieg um 2,4 % nachdem Goldman Sachs seine Bewertung von "Neutral" auf "Buy" erhöht hatte. Analyst Sam Burgess betonte den vorhersehbaren Einkommenszuwachs des Unternehmens. Vincorion legte um 3,1 % zu, nachdem auch Oddo BHF seine Bewertung auf "Outperform" erhöht hatte. Analyst Aurelien Sivignion wies auf eine höhere Transparenz des Unternehmens in den Bereichen Energie und Mechatronik für Verteidigungsplattformen hin.
In der Notiz wird auch darauf hingewiesen, dass die Aufmerksamkeit des Marktes weiterhin auf der jüngsten Zinserhöhung der US-Fed – die erste seit drei Jahren – sowie auf der absehbaren weiteren Straffung des Leitzinses durch die Bank of Japan am Freitag liegt.












