Die Bank of England hat ihren Leitzins auf 3,75 % fest gehalten, und die Währungspolitik-Kommission entschied mit 6:3 für den Erhalt des unangepassten Kurses. Die Barclays Bank erwartet jedoch, dass die BoE im November und erneut im Februar 2027 die Zinsen um 25 Basispunkte anheben wird, was den Endzinssatz bei diesem Szenario auf 4,25 % erhöht. Die Aussichten der Bank spiegeln anhaltende Inflationsdrucke wider, die durch jüngste energiepreise und verschlechterte geopolitische Bedingungen im Mittleren Osten verursacht werden.
Die Inflations-Schätzungen des MPC signalisieren, dass die Verbraucherpreise im ersten Quartal 2027 die Marke von 4% überschreiten könnten, ein Wert, den die Politikbereber als nicht mehr haltbar bezeichnen. Barclays weist darauf hin, dass während die BoE bereits mit dem Aufbringen ihrer Asset Purchase Facility im Wert von 50 Milliarden Pfund – dem Verkleinern ihres Bestands um 20 Milliarden Pfund in diesem Jahr – begonnen hat, bleibt der Ansatz der Zentralbank weiterhin zurückhaltend. Die Entscheidung der Ausschuss, die Massnahmen bis November auszuhalten, beruht auf den begrenzten Vorbesprechungsdaten, darunter nur eine Inflationsmeldung, eine Veröffentlichung über die Arbeitsmärkte und eine monatliche Bruttoinlandsproduktzahl. Darüber hinaus deckt sich der Zeitpunkt mit dem Herbst-Haushaltsplan des Vereinigten Königreichs, in welchem fiskalische Massnahmen die Wirtschaftsökonomie beeinflussen könnten.
Barclays veranschlagt eine zweite Zinserhöhung eher im Februar als im Dezember und führt dafür schwache Arbeitsmarktsituation und anhaltende wirtschaftliche Erholungsfehler an. Das primäre Risiko für diese Zeitplanung besteht im Zusammenhang mit einer friedlichen Lösung des Nahostkonflikts, die die Inflationsdrücke entspannen könnte. Gleichzeitig haben die externen Mitglieder des MPC, Swati Dhingra und Alan Taylor, ihre Skepsis bezüglich der Inflationsfolgen einer zweiten Zinserhöhung zum Ausdruck gebracht, während die internen Mitglieder Greene, Mann und Pill zuvor für eine sofortige Zinserhöhung eingetreten waren. Andrew Bailey, Gouverneur der Bank of England, und Sarah Breeden, Stellvertretende Gouverneurin, haben ihre Haltung seitdem abgeschwächt und betonten die Notwendigkeit, vor einer endgültigen Entscheidung weitere Daten einzuholen.
Die quantitative Straffungskonzepte der BoE laufen weiterhin planmässig, denn die Zentralbank plant, das Volumen ihres Bilanzes um 50 Milliarden Pfund im Laufe des Jahres zu reduzieren, was in Einklang mit den Erwartungen von Barclays steht. Die Beachtung der Inflationsrisiken – insbesondere aus den Energiemärkten und der geopolitischen Instabilität – hat die Geldpolitik im Fokus, da die Politikschaffenden die Straffung mit den Risiken eines potenziellen wirtschaftlichen Abschwungs in Einklang bringen müssen.












