Die Aktien von Volkswagen stiegen am Freitag um 8%, nachdem der Aufsichtsrat des Konzerns den „Future Plan 2030“ verabschiedet hatte, ein Umstrukturierungsprogramm, das die Kürzung von rund 50.000 weiteren Stellen vorsieht – fast die doppelte Anzahl Stellenkürzungen, die bereits zuvor genehmigt wurde. Der Plan, der als die strategisch tiefgreifendste Umgestaltung in der 89-jährigen Geschichte des Unternehmens beschrieben wird, sieht auch eine Vereinfachung der Führungsebenen in einer flacheren Hierarchie sowie eine Verkärfung des Modellportfolios um 50 % bis zum Jahr 2035 vor.
Für vier deutsche Werke sind ungewisse Zukunftsaussichten gegeben, da die zukünftige Produktion für einige von ihnen erst von 2031 bis 2034 gesichert ist, und das Unternehmen überlegt, alternative Nutzungen für diese Standorte zu finden.
"Wir übernehmen Verantwortung für unsere gesamte Belegschaft, für unsere Partner und für Industriejobs weltweit," erklärt Vorstandsvorsitzender Oliver Blume. "In den kommenden Jahren werden wir eine dreistellige Milliarde investieren, um unsere legendären Marken noch attraktiver, stärker und konkurrenzfähiger zu machen."
Volkswagen wurde stark von Zollpressungen und dem zunehmenden Wettbewerb chinesischer Hersteller betroffen. Die Zollkosten beliefen sich für das volljährige 2025 auf 2,9 Milliarden Euro (3,4 Milliarden US-Dollar). Die europäischen Exportzölle des Unternehmens stiegen in zwei Jahren von 2,5% auf 15%, sagte Blume im August. "Unsere Autos werden teurer und damit immer schwieriger zu verkaufen – nicht, weil sie schlechter geworden sind, sondern weil die Regeln des Spiels sich geändert haben."
Die heimischen Rivalen BYD und Geely haben in der Elektroautomobilbranche Boden gewonnen, während Kevin Thozet vom Investmentkomitee von Carmignac feststellte, dass "Europa nicht nur chinesische Autos importiert, sondern auch die chinesische Preisdiskontierung." Thozet fügte hinzu, dass Europa mit seinem eigenen Überkapazitätsproblem konfrontiert sei, und zwar insbesondere Volkswagen, da einige deutsche Werke rund um erste Generation elektrische Sedans gebaut wurden, deren Nachfrage geschwächt ist. "China hat zu viele Autos. Europa hat zu viele Fabriken. Und beide Probleme kollidieren."
Die Analysten der Deutschen Bank nannten die einstimmige Zulassung des Zukunftsplanes 2030 ein „fundamentales Durchbruch und eine deutlich bessere Entwicklung als befürchtet“, wobei sie feststellten, dass die Skepsis der Investoren immens hoch war. Die Bank sagte, die Entscheidung könne einen „Halo-Effekt“ für die gesamte deutsche Automobilindustrie erzeugen und verwies auf die Restrukturierungsvereinbarung vom Dezember 2024, die bereits andere Rivalen ermutigt haben soll, ähnliche Anpassungen vorzunehmen. Die Aktie von Volkswagen ist im Jahresvergleich um 21% gefallen und belegte am Freitag die Spitze im Stoxx 600.












