Der britische Kanzler John Healey bereitet einen vorsichtigen ersten Haushalt vor, wobei der fiskalische Spielraum unter dem Druck höherer Kreditzinsen und neuen Ausgabeverpflichtungen steht, bevor am 28. Oktober eine Ankündigung erfolgen soll.
Die Regierung erfuhr einen fiskalischen Puffer von 23,6 Milliarden Pfund gegenüber ihrer Schuldenregel, aber dieser Puffer schrumpft aufgrund der steigenden Zinszahlungen und zusätzlicher Ausgabenverpflichtungen um rund 9 Milliarden Pfund. Die Rendite britischer 30-jähriger Staatsschulden ist von 5,75 % auf etwa 5,79 % gestiegen, was auf erhöhte Kreditkosten zurückzuführen ist.
Die Verteidigungsausgaben bleiben eine wichtige fiskalische Herausforderung. Die aktuellen Ausgaben belaufen sich auf rund 2,6 % des Bruttoinlandsprodukts, und es ist geplant, sie auf 3,5 % des BIP im Haushaltsplan für 2027 zu erhöhen. Die Erreichung eines Verteidigungsausgabenziels von 3 % bis 2030 würde nach Schätzungen zusätzliche 10 Milliarden Pfund finanzieren.
Healey hat die fiskalische Disziplin hervorgehoben und verfügt darüber, dass alle Ausgabenankündigungen die Finanzierungsquellen enthalten. Die Regierung untersucht auch, ob die fiskalischen Regeln einen erhöhten Infrastrukturkredit ohne Überschreitung der Ziele zulassen. Unter den in Betracht gezogenen potenziellen Einnahmemassnahmen befinden sich höhere Steuern für Banken angesichts ihrer jüngsten starken Gewinne sowie erhöhte Abgaben für Gewinnüberschüsse bei Unternehmen im fossilen Energiesektor wie BP.
BP meldete eine Aufstockung seines Gewinns um mehr als das Doppelte zwischen April und Juni in Zusammenhang mit den internationalen Ölpreisen, was das Potenzial der höheren Steuern für die Branche unterstreicht. Der Haushaltsplan stellt für Healey die erste grosse fiskalische Bewährungsprobe der Labour-Regierung dar, die von Premierminister Andy Burnham angeführt wird, und die versucht, ihre Verbesserung in den Umfragewerten zu halten, ohne dass dadurch die wirtschaftlichen Belastungen abnehmend wären.













