Die chinesische Künstliche Intelligenz-Firma Moonshot AI verhandelt Rabattverträge mit Microsoft Azure, Amazon Web Services und Google Cloud, die den US-Cloud-Anbietern bis zu 30% der Einnahmen gewähren könnten, die durch ihr Modell Kimi K3 erzielt werden, berichten Personen, die mit dem Thema vertraut sind.
Die Gespräche befinden sich noch in der Explorationphase, und es wurden keine finalen Bedingungen vereinbart. Moonshot, Microsoft, Amazon und Google wollten sich zu den Gesprächen nicht äussern. Zu den wichtigsten ungeklärten Fragen gehören die Umsatzzuweisung, Datensicherheitsprotokolle sowie die Prüfung der Token-Nutzung für Abrechnungszwecke, hiess es aus den Quellen.
Moonshot, das 2023 gegründet wurde, hat im Mai mehr als 2 Milliarden USD eingeworben und damit das Unternehmen zu einem erheblichen Vorzugspreis bewertet, in einem Zeitpunkt, in dem der chinesische KI-Sektor stark expandiert. Das Modell Kimi K3, ein Open-Source-System mit 2,8 Billionen Parametern, erregte mit seinen Ergebnissen bei Benchmark-Tests Aufsehen. Arena.ai platzierte es auf dem ersten Platz in einer Bewertung zur Entwicklung einer Webschnittstelle, während Artificial Analysis eine Leistung notierte, die mit den GPT-5.5 von OpenAI und dem Claude Opus 4.8 von Anthropic vergleichbar war bei komplexen und mehrstufigen Aufgaben.
Die Verhandlungen fallen zeitgleich mit einem verstärkten Regulierungsskript zusammen. US-Beamte haben Moonshot vorgeworfen, die Fable-Modellarchitektur von Anthropic plagiiert zu haben, um Kimi K3 zu entwickeln, sowie Nvidia-KI-Chips illegal zu haben beschafft. US-Finanzminister Scott Bessent sagte letzten Monat, dass das Unternehmen auf einer kommerziellen Schwarzenliste stehen könnte. Moonshot hat die Behauptungen zurückgewiesen und betont, dass die Leistungserhöhungen auf ursprünglichen architektonischen Änderungen gründen.
Wenn man von den grossen US-Cloudrieshtigen absieht, hat Moonshot ähnliche Revenue-Sharing-Vereinbarungen mit kleineren Cloudplattformen abgeschlossen. Im Juli verkündete der chinesische IT-Dienstleister Chinasoft International eine Partnerschaft mit Moonshot, Alibaba hingegen verfolgt ebenfalls Revenue-Sharing-Vereinbarungen mit den wichtigsten Nutzern ihres Open-Source-KI-Modells. Laut Branchenauditoren bereitet Moonshot sich auch auf eine mögliche Börsennotierung in Hongkong vor.
Das Ergebnis der Gespräche mit Microsoft, Amazon und Google ist weiterhin unsicher, und ein eventuelles Abkommen würde das erste bedeutende Einkommensgeteilte Abkommen zwischen einem chinesischen KI-Unternehmen und einem grossen US-amerikanischen Cloud-Anbieter markieren.












