Die Aktien der Innoscripta SE sanken am Dienstag um fast 9%, nachdem der deutsche Spezialist für Forschungs- und Entwicklungssteuergutschriften einen kurzfristigen Umsatzeinbussen meldete, die auf einen grossen internen Software-Umzug zurückzuführen sind, obwohl die Einnahmen im ersten Halbjahr um 43% gestiegen sind.
Das Münchner Unternehmen, das unter dem Börsenkürzel 1INN notiert, schloss bei 74,90 €, 7,50 € unter dem Monatsende von 82,40 €. Der Rückgang folgt auf die Veröffentlichung der Q2 2026-Updates und des Transkripts der Ertragsvorlage, die den Einfluss einer Migration im ersten Quartal in das Clusterix-System auf die Einreichung von Angeboten aufzeigte.
Innoscripta meldete im ersten Quartal 2026 Umsatzerlöse in Höhe von 63 Millionen Euro, ein Anstieg von 44 Millionen Euro im gleichen Zeitraum des vorigen Jahres, während sich das EBIT um 49 Prozent auf 36,4 Millionen Euro erhöhte. Der Bruttoertrag lag auf dem Niveau der Umsatzerlöse und belief sich auf 63 Millionen Euro. Das Unternehmen bekräftigte seine Gesamtjahresprognose von 140 Millionen Euro für 2026 in Bezug auf die Umsatzerlöse und 80 Millionen Euro in Bezug auf das EBIT, trotz der durch die Migration verursachten Verzögerung.
Das Management begründete die Software-Migration mit der Notwendigkeit, die nationalen Marktaktivitäten zu unterstützen und die langfristige Effizienz zu verbessern. Vorstandsvorsitzender Michael Hohenester sagte, dass die Verzögerung, die die Einreichung von Angeboten etwa 1,5 Monate beeinflusste, die Wachstumsprognose des Unternehmens nicht verändern oder die Ertragsauszahlung beeinflussen würde.
Die Ausgaben für Vertrieb und Marketing stiegen im 1. Halbjahr 2025 auf 12,4 Millionen Euro von 8,9 Millionen Euro im 1. Halbjahr 2025. Die Ausgaben für Forschung und Entwicklung erhöhten sich auf 4 Millionen Euro von 3,1 Millionen Euro. Die allgemeinen und administrativen Kosten zogen auf 11 Millionen Euro an, was im Einklang mit den historischen Werten von 17% bis 18% der Umsätze steht. Die Zahlungen aus den Rechnungen lagen bei 108% der fälligen Beträge.
Der geografische Fokus auf Deutschland umfasst 2.900 Kunden, deren Abwanderungsrate unter 2 % liegt. Innoscripta hat etwa 10 % der deutschen Forschungs- und Entwicklungsbelegschaft gewonnen und sichern 31 % der grossen Unternehmen abseits des KMU-Segments eine erste BSFZ-Zulassung im Jahr 2025 zu. Die Standard-Lieferbedingungen betragen 180 Tage nach BSFZ-Zulassung, 66 % sind bei positivem Gutachten fällig und die Restbeträge binnen sechs Monaten, unterstützt durch einen Factoring-Anbieter.
Innoscripta hat sich in Frankreich, den USA und Grossbritannien etabliert, obwohl das Management keinen signifikanten Umsatzbeitrag von diesen Märkten für 2026 erwartet. Das Unternehmen strebt an, pro neues Markt innerhalb von 12 Monaten 1 Million Euro Umsatz zu erzielen und trägt für den Break-even ein Umsatzniveau in der Millionen-Euro-Klasse vor. Die ersten US-Kunden sind vor allem deutsche Unternehmen mit amerikanischen Niederlassungen.
Hohenester betonte, wie wichtig dem Unternehmen die Fokussierung auf Qualität vor Preis bei der internationalen Expansion ist. Er erwähnte, dass der deutsche Markt für Forschungs- und Entwicklungssteuergutschriften einen Wert von 1,2 Milliarden Euro aufweist, während der französische, der britische und der amerikanische Markt erheblich grösser sind mit 7 Milliarden Euro, 9 Milliarden Euro und 34 Milliarden Dollar.












