Das Bruttoinlandsprodukt Deutschlands wuchs im zweiten Quartal um 0,3% und überstieg damit eine Konsensprognose von 0,2%. Die starken Exportdaten kompensierten die schwächere Binnenkonjunktur. Das Statistische Bundesamt veröffentlichte die Erweiterung am Dienstag und revidierte die vorläufige Schätzung von 0,2% Wachstum um 0,1 Prozentpunkt nach oben.
Die Ausfuhren von Gütern und Dienstleistungen stiegen im Vergleich zum vorangegangenen Quartal um 2 %; die Ausfuhren von Gütern nahmen um 2,6 % zu, während die Importe um 1,5 % stieg. Der Beitrag von den Handelsbeziehungen trug dazu bei, die Abschläge bei Investitionen und Konsum auszugleichen. Die Bruttoanlageinvestitionen sanken um 0,2 %, darunter ein Rückgang der Ausgaben für Maschinen und Ausrüstungsgüter um 1,4 %. Die Endverbrauchsausgaben stiegen nur um 0,1 %, wobei die Ausgaben der Haushalte und der Regierung jeweils um dasselbe Mass anwuchs.
Pro Jahr gestieg die preisdargelegten BIP um 1% im Vergleich zum zweiten Quartal des Jahres 2025 und entsprach damit der kalenderjustierten Zahl. Die Produktivität des Industrieverarbeitenden Gewerbes wuchs um 0,9%, während der Bruttowertzuwachs nach Anpassung für Preis-, saisonalen und kalenderbedingten Effekte um 0,4% stieg. Die Zahl der Beschäftigten belief sich auf rund 45,7 Millionen, was 212.000 oder 0,5% weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres darstellt.
Das Bundesamt für Statistik hat auch in seiner Sommeraktualisierung historische Daten revidiert. Die BIP-Kontraktion für 2024 wurde angepasst, sodass nun keine Veränderung zum Vorjahresniveau erfasst wird, nachdem zuvor ein Rückgang von 0,5% vermeldet wurde. Die jährliche Wachstumsrate für 2025 blieb bei 0,2%, während kumulierte Revisionswerte von 2011 bis 2021 eine Wachsung von 0,8 Prozentpunkten in diesem Jahrzehnt mit sich brachten.
Die Wachstumsleistung Deutschlands fiel im zweiten Quartal hinter die der Europäischen Union zurück: Das Bruttoinlandsprodukt erhöhte sich in der EU um 0,5 % gegenüber dem Vorquartal. In der EU stand Spanien mit einer Wachstumsrate von 0,7 % an der Spitze, während Frankreich und Italien jeweils um 0,2 % expandierten. In den Vereinigten Staaten betrug die Steigerung im gleichen Zeitraum 0,4 %.
Ruth Brand, Vorsitzende des Statistischen Bundesamtes, bemerkte, dass die Wirtschaft von Anfang des Jahres an Schwung behielt und das Wachstum vor allem auf die starke Exportleistung zurückzuführen sei.












