Die deutsche Regierung hat am Mittwoch ein Reformpaket zur Einkommenssteuer von 10 Milliarden Euro (11,6 Milliarden US-Dollar) gebilligt. Es bietet Lockerungen für Familien mit mittlerem Einkommen und erhöht die Steuern für die besten Einkommensverdächter im Rahmen einer stufenweisen Neustrukturierung, die 2028 volles Gewicht bekommen wird.
Der Finanzminister Lars Klingbeil, Mitglied der regierenden Sozialdemokraten, bezeichnete die Massnahme als „Steuer für den Superreichen“, die darauf abzielt, das System fairer zu gestalten. „Wir bieten einer Unterstützung für Familien mit Kindern“, sagte er. „Diejenigen mit den höchsten Einkommen müssen einen gewissen höheren Beitrag leisten.“
Nach dem Plan wird die Kinderzulage von 259 € pro Monat im Jahr 2027 auf 267 € pro Kind steigen und dann im Jahr 2028 auf 272 € ansteigen. Eine Familie mit mittlerem Einkommen mit zwei Kindern wird nach Angaben der Regierung ab dem Jahr 2028 mehr als 600 € an zusätzlichem verfügbarem Einkommen gewinnen.
Der steuerfreie Grundfreibetrag wird bis 2027 auf 12.564 € und bis 2028 auf 12.900 € steigen. Der bestehende, 45%ige Höchststeuersatz wird für steuerpflichtiges Einkommen ab 250.000 € angewandt, während für jährliche Einkommen über 280.000 € ein neuer, 47%iger Steuersatz erhoben wird.
Die Reform hat erhebliche fiskale Kosten. Das Finanzministerium schätzt einen Einnahmeausfall von 1,55 Milliarden Euro für das laufende Jahr nach Abführung von Finanzierungsmassnahmen, der bis 2028 auf 5,6 Milliarden Euro steigt.
Die Wirtschaftsgruppen waren grösstenteils unzufrieden. Holger Loesch vom Industrieverband BDI bezeichnete das Vorhaben als „Enttäuschung in puncto Steuerpolitik“ und fügte hinzu: „Es gibt kein Zeichen, dass Unternehmen spürbare Entlastungen geniessen würden.“ Helena Melnikov, Vorsitzende der Deutschen Industrie-und Handelskammer (DIHK), warnte, dass die höheren Steuern für die High-Incomer Unternehmen belasten, die investieren, Auszubildende ausbilden und Arbeitsplätze schaffen, wodurch weniger Mittel für Innovation und die Einstellung von Arbeitskräften zur Verfügung stehen.
Marc Tenbieg vom Verband Mittelstand DMB warnte davor, dass die erhöhten Steuern für High-Earner auch viele erfolgreiche kleine und mittlere Unternehmen treffen würden und die Investitionen abschrecken würden.
Das Wirtschaftsministerium unter konservativer Führung hat die Reform zwar gebilligt, aber in einem Brief an das Finanzministerium erklärte man, dass diese nicht ausreichend weitreichend sei. Klingbeil wies die öffentliche Kritik zurück und stellte fest, dass die Koalitionspartner gemeinsam für die Regierung des Landes verantwortlich sind.
Der Wechselkurs, der im Zusammenhang mit dem Paket genannt wurde, betrug 1 USD = 0,8636 Euro.












