Die europäischen Aktien zogen sich am Donnerstag zurück, wobei die wichtigsten Indizes in der gesamten Region Verluste verzeichneten, obwohl die Aktien des US-Chipkonzerns Nvidia in die Höhe schossen. Der Euro Stoxx 50, der wichtigste Blue-Chip-Index der Region, schloss 0,71 % niedriger bei 6.424,73 Punkten. Ausserhalb der Eurozone fiel der FTSE 100 in London um 0,79 % auf 10.792,54 Punkte, während der SMI in der Schweiz um 1,09 % auf 14.384,37 Punkte zurückging, angetrieben durch Rückgänge bei den defensiven Schwergewichten Novartis und Nestlé. Der deutsche DAX bucked dem Trend mit einem bescheidenen Gewinnerfolg.
Der Technologiebereich war der einzige Lichtblick mit dem Stoxx Europe 600 Technology-Index, der um 1,8 % stieg, nachdem die starken Aussichten und die anschliessende Kurssteigerung von Nvidia die Peer-Unternehmen ankurbten. Infineon und STMicroelectronics erreichten jeweils Zunahmen von 3,6 % und 3,0 %, während der Software-Gigant SAP nach positiven Umsatzprognosen von US-amerikanischen Konkurrenten wie Salesforce und CrowdStrike um 5,5 % zulegte.
Die defensiven Sektoren mussten Nachholarbeit leisten, vor allem der Lebensmittelexport (food & beverage), da Pernod Ricard nur schwache Prognosen veröffentlichte. Die Investmentbank Oddo BHF betonte den kühlen Ausblick des Unternehmens für 2027 und eine Senkung der langfristigen Wachstumsziele bis 2029, was den Analysten zufolge die Ertragsprognosen reduzieren wird. Die Aktien von Pernod Ricard fielen um 4,6 %. Der Schweizer Duft- und Geschmacksstoffproduzent Givaudan verlor 2,9 %, nachdem Morgan Stanley seine Einschätzung von neutral auf untergewichtig senkte.
Die Zurückhaltung von Anlegern im Vorfeld des jährlichen Jackson Hole Symposiums der Federal Reserve wirkte sich auf die Stimmung aus. Die Veranstaltung, die häufig als Signal für Schlüsseländerungen der Geldpolitik angesehen wird, hat den Fokus auf mögliche Hinweise zu den Zinssätzen verschoben. Der Gouverneur der US-Notenbank, Kevin Warsh, wird am Freitag eine Rede halten, und die Märkte beobachten die Hinweise auf die Inflation und die politischen Entscheidungen sehr genau. Der Index für die Verbraucherpreisaufwendungen, die bevorzugte Inflationslage der Fed, stieg am Vortag über den Zielen der Zentralbank von 2 Prozent, was einen Zinserhöhung im September in Aussicht stellt, die Entscheidung aber auf winzige Distanz steht.












