Der Aufsichtsratsvorsitzende der Commerzbank, Jens Weidmann, hat eine Überprüfung der deutschen Übernahmeregeln gefordert, nachdem UniCredit einen Mehrheitsanteil am deutschen Kreditinstitut erworben hatte, ohne den Aktionären eine Kontrollprämie zu zahlen.
Weidmann erklärte, dass UniCredit eine Mehrheitsposition durch ein finanztechnisch wenig attraktives Angebot erlangte, was Zweifel an der Angemessenheit der geltenden Übernahmevorschriften aufwarf. Die italienische Bank erwarb weniger als 18 % der beteiligungsberechtigten Aktien, wobei institutionelle und Einzelinvestoren weniger als 3 Prozentpunkte der Hauptunternehmen gutgeschriebenen Aktien erworben haben. Weitere Anteilseigner waren Banken, die mit UniCredit verbunden waren.
Bis Juli hatte UniCredit schrittweise einen Anteil von 48 % an der Commerzbank erworben, was zur Ermöglichung von Beschlussfassungen für die Aktionäre ausreichte. Die Angebotsphase ist mittlerweile beendet, aber bevor UniCredit den Kauf der angebotenen Aktien abschließen kann, sind weitere regulatorische Genehmigungen erforderlich.
Weidmann, der in dem Zusammenhang mit einem am Sonntag veröffentlichten Bericht der „Süddeutschen Zeitung“ sprach, betonte, dass das Fehlen einer Kontrollprämie in der Vorgehensweise von UniCredit sorgfältiger Prüfung verdient. Er schlug vor, dass Gesetzgeber möglicherweise prüfen müssen, ob die derzeitigen Übernahmegesetze die Anteilseigner in solchen Transaktionen angemessen schützen.











