Jens Weidmann, Vorsitzender des Aufsichtsgremiums der Commerzbank, hat nach dem Erwerb einer Mehrheitsbeteiligung an dem deutschen Kreditinstitut durch UniCredit, ohne den Aktionären einen anständigen Aufschlag zu zahlen, eine Überprüfung der Übernahmeregeln in Deutschland gefordert.
Weidmann erklärte, dass der Ansatz von UniCredit Bedenken hervorruft, da die italienische Bank trotz eines finanziell unattraktiven Angebots die Kontrolle erlangt hat. Die Angebotsphase endete im Juli, aber die Transaktion ist immer noch unvollständig, da die regulatorischen Genehmigungen noch ausstehen, bevor UniCredit den Eigentumsanteil an den angebotenen Aktien festlegen kann.
UniCredit erhöhte sein Anteil an der Commerzbank stufenweise auf 48 Prozent bis Juli, ein Niveau, das für die Beeinflussung der Beschlüsse der Aktionäre ausreicht. Weniger als 18 % der zum Erwerb berechtigten Aktien der Commerzbank wurden jedoch von UniCredit angenommen; institutionelle und private Investoren machten weniger als 3 Prozentpunkte der angenommenen Aktien aus. Die übrigen angenommenen Aktien wurden von den für UniCredit zuständigen Banken erworben.
Von den rund 73 % der Aktien der Commerzbank, die hätte gefordert werden können, beteiligte sich nur ein Bruchteil am Angebot. Weidmann betonte, dass UniCredit ohne einen angemessenen Kontrollpreis die Mehrheit sicherte und stellte fest: „Das lässt Fragen zum deutschen Übernahmerecht aufkommen, die die Gesetzgeber vielleicht einmal prüfen sollten.“











