Die Kampagne des brasilianischen Oppositionskandidaten für das Präsidentschaftswahlsystem, Flávio Bolsonaro, hat eine Verfassungsänderung vorgeschlagen, um den öffentlichen Schuldenstand auf 65% des BIP zu begrenzen und automatische Ausgabenbeschränkungen zu implementieren, wenn dieser Schwellenwert überschritten wird. Der Plan, den der Wirtschaftswissenschaftler Adolfo Sachsida bekannt gab, zielt darauf ab, die fiskalischen Entwicklungen bei steigenden Schuldenniveaus einzudämmen.
Der Vorschlag würde ein Ausgabenziel auslösen, das den realen Wachstum der öffentlichen Ausgaben einstellt, falls der Schuldenstand das 65 % des BIP übersteigt. Der aktuelle Brutto-Geschäftsschuldenstand des Staates liegt bei 81,9 % des BIP, ein Anstieg von mehr als 10 Prozentpunkten seit der Amtsübernahme von Präsident Luiz Inácio Lula da Silva im Jahr 2023. Der fiskalische Rahmen der Kampagne zwingt unter steigendem Schuldenniveau strengere Beschränkungen durch, wodurch der reale Ausgabenanstieg möglicherweise auf Null sinkt.
Sachsida, der sich Bolsonaros Wirtschaftsabteilung angeschlossen hat, skizzierte den Plan in einem Video, das auf X veröffentlicht wurde. Der Vorschlag steht in Kontrast zum derzeitigen fiskalischen Rahmen, der einen realen Anstieg der Bundesausgaben zwischen 0,6 und 2,5% jährlich erlaubt. Die Behörden diskutieren derzeit darüber, die Obergrenze auf 1,5% zu senken.
Das Konzept des Schuldenoberstauds der Kampagne entspricht dem Verfassungsgeldoberdurchschnitt für 2016, der von der früheren Präsidenten Michel Temer eingeführt wurde und das die wachsende Bundesausgaben auf die Inflationsrate beschränkte. Dieser Oberdurchschnitt galt bis September 2023, als er durch das Lula-Finanzrahmen ersetzt wurde. Der Schulden-zu-BIP-Verhältnis in Brasilien sank zum letzten Mal unter 65 % im November 2015.
Die Ankündigung erfolgt vor der brasilianischen Präsidentenwahl, deren erster Wahlgang am 4. Oktober und ein möglicher Stichwahl am 25. Oktober geplant sind.













