UBS hat die Aktienbewertung von SAP von "Buy" auf "Neutral" gesenkt und führt dafür Besorgnisse über das Tempo der Einführung der künstlichen Intelligenz sowie die Komplexität des Kundenstamms an. Die Schweizer Bank hat ihr Kursziel von 164 auf 201 Euro erhöht, was eine konservativere Bewertung trotz des Bewertungsabgesenks widerspiegelt.
Die Absenkung erfolgt aufgrund der Einschätzung von UBS, dass die Vorabinlieferung von KI-Agenten von SAP hinter den Erwartungen zurückbleibt. Bisher wurden nur 17 aus der Box verfügbare Agenten eingeführt, und in der Ramp-up-Phase wurden lediglich 15 weitere Agenten bereitgestellt. Die Bank stellte fest, dass SAP bis zum Jahresende 200 Agenten liefern möchte – ein Ziel, das UBS als ehrgeizig bezeichnet hat, insbesondere angesichts der Herausforderungen, denen sich sein grosser und heterogener Kundenspiegel von Lösungen für die Unternehmensressourcenplanung (ERP) unterworfen hat. Viele dieser Kunden betreiben mehrere ERP-Instanzen in verschiedenen Versionen, häufig auf privaten Clouds mit einer benutzerdefinierten Programmierung, die die Transparenz des Systems einschränkt.
Die UBS machte auch die strukturellen Hindernisse auf, die die kurzfristige Performance von SAP beeinflussen. Die Bank erwartet, dass sich das Wachstum des „Cloud Backlog“ in der zweiten Hälfte des Jahres verlangsamen wird, während das Optionspotenzial des freien Cashflows gegenüber den Prognosen weniger wahrscheinlich ist als in den letzten zwei Jahren. Die UBS begründete dies zum Teil mit der Verrechnung der Migrationskredite, was die Erstellung von Cashflow beeinträchtigt.
Trotz dieser Bedenken unterhielt UBS für SAP eine positive langfristige Ergebnisprognose und verwies auf eine compuesta jährliche Wachstumsrate von 19 % bis zum Jahr 2028, das von dem laufenden RISE-Migrationszyklus unterstützt wird. Die Bank führte an, dass das Cloud-Wachstum von SAP im zweiten Quartal von 24 % den Erwartungen entsprach, während das aktuelle Cloud-Backlog-Wachstum von 26 % die Prognosen übersteigte. SAP handelt zum Kurs-Gewinn-Verhältnis von 27,86, was UBS als überhöht im Vergleich zu den kurzfristigen Wachstumsaussichten bezeichnet.
Die Ratingänderung errechnet sich in einem grösseren Überprüfungsprozess der KI-Strategie von SAP. UBS schliesst sich einer Reihe von Analysten an, darunter Bernstein SocGen, TD Cowen, KeyBanc, BMO Capital und Oppenheimer, die ihre Ausblicke angepasst haben. Branchendaten von IDC unterstreichen den Wettbewerbsdruck auf dem ERP-Markt, auf dem SAP Rivalen wie Siemens Energy und Sandisk in angrenzenden Segmenten zu konkurrieren hat.












