Die Entscheidung des US-Treasury, die Rückkäufe langlaufender Anleihen auf mindestens 4 Milliarden US-Dollar pro Operation zu verdoppeln, fiel zusammen mit einem starken Kurswechsel bei den Renditen der US-Staatsanleihen, wodurch Fragen über eine Marktintervention und ihre weitreichenden Auswirkungen aufgeworfen wurden.
Am 19. August stieg die 30-jährige U.S. Treasury-Rendite auf 5,34% – ihr höchstes Niveau seit 19 Jahren – bevor sie am nächsten Tag um 10 Basispunkte auf 5,24% zurückging. Diese Entwicklung folgte Bessents Ankündigung der Ausweitung der Buyback-Operationen, was die Analysten von Citi als "ein Tropfen im Meer" bezeichneten, angesichts der Grössenordnung des Marktes. Am 24. August lag die 30-jährige Rendite bei 5,234%, während die 10-jährige Rendite bei 4,704% notierte, und das nach den früheren Spitzen.
Die Strategie des Finanzministeriums hat Kritik von Strategien und Analysten hervorgerufen. George Saravelos von der Deutschen Bank bezeichnete die Politik als "finanzielle Repression in mollererer Form", während Shaun Osborne von der Scotiabank warnte, dass Investoren, die eine Entschädigung für das US-Finanzrisiko fordern, diese vermutlich "entweder in Form höherer Zinsen oder durch eine Zugeständigkeit des US-Dollars" erhalten würden.
Bessent bezeichnete den Rückkauf am 20. August gegenüber CNBC als ein Signalinstrument zur Korrektur von Renditen, die er als falsch bewertet ansieht. "Ein Teil davon ist eine Signalgebung, um zu zeigen, dass wir der Meinung sind, dass die Renditen nicht die grundlegenden Faktoren wiedergeben," sagte er. Die Intervention erfolgt, während das General Account (TGA) des Treasurys rund 1 Billion US-Dollar aufbewahrt, eine potenzielle Finanzierungsquelle für weitere Operationen.
Auch die Markenpositionierung spielte eine Rolle. Der Systematische Flows Monitor der Bank of America stellte fest, dass KTA und Trendfolger weiterhin "übermässig kurz" ausgelegt sind bei US-Schatzanleihen-Futuren, wobei die globale DV01-Exposition an den niedrigsten Werten seit mehreren Jahren gelegen ist. Goldman Sachs schätzt, dass ein Anstieg um 2 Standardabweichungen innerhalb eines Monats einen potenziellen Deckungs- und Rückkaufbedarf von 150 Millionen US-Dollar auslösen könnte.
Die Massnahmen des Finanzministeriums haben die Erwartungen bei den Erklärungen von Fed-Chef Kevin Warsh am Symposion in Jackson Hole am 28. August verstärkt, bei dem Investoren Klarheit über das Zusammenspiel von fiskaler und monetärer Politik suchen werden. Verschiedene Datenveröffentlichungen, darunter der Juli-Ausgang des PCE anteiligen Kernindex und die zweite Schätzung des BIP für das zweite Quartal, können das Marktstimmungsbild weiter beeinflussen, da Analysten die Nachhaltigkeit des Renditekarusell abwägen.












