Eine von der Schweizer Pharma-Industrievereinigung Interpharma in Auftrag gegebene Studie schätzt die potenziellen Mehrwertverluste für den Sektor bis 2040 auf 194,5 Milliarden Franken aufgrund der US-Pharmapolitik. Die von BAK Economics durchgeführte Analyse beschreibt mehrere Szenarien, wobei der schlimmste Fall eine Reduktion des kumulierten Brutto-Mehrwerts um 22,4% im Vergleich zu einer Ausgangslinie vorstellt.
Die USA sind der grösste pharmazeutische Exportmarkt der Schweiz und machen im Jahr 2025 29,3 Prozent der Exporte aus. Die Studie hebt zwei Hauptrisiken hervor: Die Verlagerung von Produktionskapazitäten in die USA und ein neues Preisgestaltungsrahmen, das von der amerikanischen Regierung eingeführt wird. Zu diesem gehört der Most-Favored-Nation (MFN)-Ansatz, der die US-Arzneimittelpreise an die Preise in anderen entwickelten Ländern knüpft.
Gerade die direkten Auswirkungen auf die Preise in den USA sind von großer Sorge, die indirekten Effekte werden jedoch noch schädlicher prognostiziert. Pharmaunternehmen könnten die Einführung neuer Medikamente auf anderen Märkten verschieben oder verhindern, um die niedrigeren Preise in den USA auszugleichen. Dies macht etwa zwei Drittel der in Szenarien mit ausgeglichenem Umsatzverlust prognostizierten Verluste aus. Interpharma stellt fest, dass dieser Mechanismus bereits in der Schweiz eintritt. Von den 22 innovativen Medikamenten wurde zwischen Januar 2025 und Juni 2026 nur sieben für die Aufnahme in die Liste der staatlichen Kostendeckung eingereicht – rund ein Drittel der neuen Medikamente in diesem Zeitraum.
Im Baseline-Szenario wird für die Schweizer Pharmabranche eine Abkühlung der jährlichen Wachstumsrate von 12,8% im Zeitraum 2015 bis 2025 auf 6,9% im Zeitraum 2025 bis 2040 erwartet. Im mildesten Alternativszenario werden Verluste von 27 Milliarden Franken prognostiziert, bei einem moderaten Szenario werden 77,7 Milliarden Franken prognostiziert. Die Autoren betonen, dass der von ihnen angegebenen Betrag von 194,5 Milliarden Franken nicht das schlechteste Szenario darstellt.













