Der Bundesrat hat nach einer positiven Beratung dem Parlament eine Botschaft vorgelegt, in der vorgeschlagen wird, Ruag MRO von seiner derzeitigen privatrechtlichen Struktur zu einer juristischen Aktiengesellschaft nach Bundesrecht zu transformieren. Damit wird die rechtliche Form von Swiss Post, den SBB, der SNB und Swisscom nachgezogen.
Die Regierung argumentiert, dass die geltende, privatrechtliche Form nicht mehr den sicherheitspolitischen Anforderungen entspricht. Rund eighty Prozent der Einnahmen von Ruag MRO stammen aus Tätigkeiten, die mit der Armee zusammenhängen, und die neue Form wird diesen Schwerpunkt erhalten und gleichzeitig eingeschränkte, gewerbliche Aktivitäten Dritter unter strengerer Regeln ermöglichen.
Im Vergleich zum ersten Entwurf beschränkte sich der Bundesrat auf das subsidiäre Anweisungsrecht gegenüber dem Verwaltungsrat und begrenzte seine Verwendung strikt auf den Unternehmenszweck, die Sicherung der Heeresausrüstung, um einen missbräuchelichen Einsatz für industriell-politische Massnahmen zu verhindern.
Mit der Gesetzgebung werden eindeutige Schutzmassnahmen für Whistleblower eingeführt, es wird ein spezieller Meldekanal eingerichtet und es ist möglich, unverzichtliches «Schlüsselpersonal» zu militärischen Einheiten zu verlegen oder der Armee zuzugewandt, sofern dies vertraglich vereinbart ist.
Die Governance-Regeln werden verschärft: Die Vorstandsmitglieder müssen Interessenkonflikte offenlegen, die Bundesregierung als alleiniger Anteilseigner kann einen Vorstandsmitglieds in ungelösten Konflikten entfernen, und der Bundesrat kann das Revisionsamt auffordern, spezifische Anfragen durchzuführen
Die Mitarbeiter bleiben weiterhin in privatrechtlichen Verträgen, und der Bundesrat betont, dass Ruag MRO trotz der neuen Rechtsform weiterhin vor allem den Schweizer Armee dient.













