Rothschild & Co‘s Abteilung für Vermögensverwaltung in der Schweiz meldete in der ersten Hälfte des Jahres 2026 Rekord-Nettoinströme neuer Gelder und ist damit auf dem richtigen Weg, in den nächsten drei bis fünf Jahren ein Vermögen von über CHF 200 Mrd. zu managen. Diese Entwicklung folgt auf langjährige Investitionen in lokale Zukäufe und Beratungskapazitäten, die die Nachteile eines starken Schweizer Franken und einer schwierigen Zinsumgebung kompensieren.
Die Einlagen neuer Kapitalflüsse in der Schweiz steigen rapide, angetrieben durch die Nachfrage nach Vermögensplanungs-, Erbrecht- und Hypothekenprodukten. Das Kundennahmodell des Geschäftsbereichs, das Beratern auf weniger als 30 Kunden pro Person beschränkt, findet aufgrund der verstärkten wirtschaftlichen Unsicherheit großen Anklang, so Laurent Gagnebin, CEO von Rothschild & Co Bank Schweiz. Auch der langfristige Anlagungsansatz des Bereichs lockt internationale Kunden, die Nachhaltigkeit suchen.
Die internationale Expansion ist Teil der umfassenderen Strategie, obwohl die Profitabilität auf neuen Märkten wie in Dubai, Deutschland, Spanien und Israel weiter unter Druck steht. In Dubai hat der Erwerb des Geschäfts von LLB den lokalen Mitarbeiterstab von fünf auf mehr als 25 Mitarbeiter erweitert, und die Übertragungen von Kundenvermögen beginnen nun Gestalt anzunehmen. Der Erwerb der Marcard, Stein & Co AG in Deutschland wartet noch auf die endgültige Genehmigung der BaFin, wobei mit einer Integration von mindestens 18 Monaten gerechnet werden muss. Organisches Wachstum ist in Spanien und Israel im Gange.
Die Performance der Schweizer Division spiegelt den gemeinsamen Effekt der 2021 abgeschlossenen Übernahmen von Banque Pâris Bertrand und Tenalis, einem Spezialisten für Immobilien- und Erbenplanung, wider. Diese Transaktionen sind vollständig in den operativen Betrieb integriert und haben dazu beigetragen, dass die Division in der Lage ist, eine überdurchschnittliche Investitionsleistung und Kundenbindung zu gewährleisten. Gagnebin betonte die selektive Vorgehensweise der Division bei künftigen Schweizer Übernahmen. Dabei wird die kulturelle und operative Abstimmung vor dem Grössenmaßstab priorisiert.
Die Vermögenswerte unter Verwaltung in der Division Wealth & Asset Management beliefen sich Ende 2026 auf rund 150 Milliarden Euro. Die Division strebt an, diese in fünf bis sieben Jahren auf über 200 Milliarden Euro zu erhöhen. Dies steht in Einklang mit der umfassenderen Strategie von Rothschild & Co, volatilen Erträgen aus dem Bereich Global Advisory einen konstanten Wachstum im Bereich Vermögensverwaltung gegenüber zu stellen. Die Schweizer Niederlassung dient als zentrale Bankplattform für die globalen Vermögensverwaltungsaktivitäten des Konzerns, obwohl Wechselkursschwankungen die Profitabilität belasten aufgrund der in Franken denominierten Kosten und Erlöse in Dollar oder Euro.












