Die 10-Jahres-Zinsentwicklung der US-Staatsanleihen müsste kontinuierlich über 5% liegen, um einen signifikanten Risiko für die Aktienmärkte darzustellen, so Nicole Inui, Leiterin der Aktienstrategie der HSBC. Sie stellte fest, dass während steigende Zinssätze in der Regel die Aktienpreise belasten, das gegenwärtige Umfeld für den Markt bisher noch keine wesentlichen Hürden darstellt.
Die Einschätzung der HSBC erfolgt in der Zeit, in der die Federal Reserve ihren Leitzins bis Ende 2026 und in das Jahr 2027 auf unverändertem Niveau halten wird, was einen unmittelbaren Anstieg der Renditen begrenzt. Die Prognose der Bank weist darauf hin, dass sich erhöhte Zinsen allein unwahrscheinlich dazu entwickeln, den S&P 500 zu stürzen, es sei denn, die Rendite der 10-Jahres-Anleihen dauerhaft den 5%-Schwellenwert übersteigt.
Die Bilanzen der Unternehmen bleiben trotz der höheren Finanzierungskosten stabil, wobei der Nettoverschuldungsgrad (Debt-to-EBITDA) des S&P 500 bei 1,6x liegt. Der kurzfristige Unternehmensschuldenanteil macht 11,2 % des gesamten Darlehensvolumens aus, was HSBC unter den gegenwärtigen Bedingungen als handelbar bezeichnet. Die Kreditspreads bleiben auf historisch niedrigem Niveau, was die Bedenken hinsichtlich der Kosten für den Schuldzahlungsablauf verringert.
Das K-Form-Cycleszenario beeinflusst weiterhin die Einschätzung von HSBC zur Zinsempfindlichkeit. Haushalten mit höheren Einkommen nützen sich von einem starken Aktienmarkt, während niedrigere Einkommen Besitzer höherer Niveaus an variabler Zinsbindung, wie Kreditkarten und Autokredite, haben. Die meisten Hypotheken sind weiterhin mit fixer Zinsbindung ausgestattet, was die Übertragung höherer Zinskürzen auf die Wohnkostenermöglichkeiten begrenzt, auch wenn der tragende Lebensmittelpunkt des schwachen Wohnungsmarktes weiterhin auf verwandte Sektoren abprallt.
Wenn die Zinssätze weiterhin hoch liegen, bevorzugt HSBC die Sektoren Finanzen, Energie und Industrie, die in der Vergangenheit in umsatzintensiven Zeiten besser abschneiden. Die Strategie des Bankunternehmens „Tech Titans“ hat Siemens Energy und Sandisk als Begünstigten identifiziert, deren Aktienpreise jeweils um 231,5% und 189% gestiegen sind, wobei diese Zahlen die spezifische Entwicklung der einzelnen Aktien und nicht die Trends im Gesamten beleuchten.












