Der Bruttoinlandsprodukt Deutschlands wuchs im zweiten Quartal um 0,3% gegenüber der vorläufigen Schätzung von 0,2%, da die stärkere Ausfuhr die Rückgänge der Investitionen ausgleicht, teilte das Statistische Amt am Dienstag mit.
Die Überarbeitung stützt sich auf eine Wachstumszunahme von 0,4% im ersten Quartal, was das dritte aufeinanderfolgende Wachstumsquartal nach zwei Quartalen stagnierender Entwicklung im Jahr 2025 darstellt. Die Ausfuhren stiegen um 2,0% gegenüber dem Vorquartal und waren die wichtigste Wachstumstriebsfeder neben einem Anstieg des Privathaushaltskonsums um 0,1%. Die Investitionen sanken hingegen um 0,2% gegenüber den vorangegangenen drei Monaten.
Der Ifo-Wirtschaftsklimadurchschnitt stieg im August auf 88,8 von 86,7 im Juli und übertraug die Erwartungen der Analysten von 87,2. Der Ifo-Subindex für die wirtschaftliche Erwartungen stieg ebenfalls auf 89,1 von 86,8 und deutet auf eine Verbesserung der Stimmung unter den Unternehmen hin.
Die Erholung erfolgt trotz Widrigkeiten wie den erhöhten Energiekosten im Zusammenhang mit der geopolitischen Spannung im Iran, der niedrigen Wasserstands aufgrund der Transportstörungen auf der Rhein und der politischen Unsicherheit im Vorfeld der Landtagswahlen, die für September geplant sind. Das Wirtschaftsministerium hatte seine Wachstumsprognose für 2026 bereits im April auf 0,5% gesenkt, von der vorherigen Prognose von 1,0%.
Clemens Fuest, Präsident des Ifo-Instituts, merkte an, dass die Wirtschaft trotz erneuter Energiepreissteigerungen sich erholt. Ruth Brand, Präsidentin des Statistikamts, sagte, die Wirtschaft halte an dem Wachstumsimpuls fest, den sie zum Jahresbeginn gezeigt hatte.
Die Analysten heben die Widerstandsfähigkeit der Erholung hervor. Harry Chambers, stellvertretender Ökonom beim Beratungsunternehmen Capital Economics, sagte, dass die Wirtschaft trotz höherer Energiepreise und Verkehrsbeeinträchtigungen weiter wächst. Carsten Brzeski, globaler Leiter der Makroanalyse bei ING, bezeichnete die expansive Entwicklung als ermutigend und stellte fest, dass sie dem besten Wachstum seit 2022 entspricht.
Die Regierung hat einen Infrastrukturfonds von 500 Milliarden Euro zur Unterstützung einer Rückkehr zur Wachstumsphase angekündigt, aber seine Auswirkungen sind noch nicht absehbar.












