Der deutsche Bruttoinlandsprodukt wuchs im zweiten Quartal 2026 um 0,3 %, was den vereinbarten Prognosewert von 0,2 % übersteigt und einen etwas schwächeren Ergebnis im ersten Quartal widerspiegelt, der auf 0,4 % angehoben wurde. Das Bundesamt für Statistik gab am Dienstag die nach oben revidierte Prognose bekannt und wies darauf hin, dass die detaillierte Q2-Schätzung 0,1 Prozentpunkte höher ausfällt als die am 30. Juli veröffentlichte Ausgangswertung.
Die Exporte waren Treiber des Quartalswachstums, wobei der Gesamtwert der Versand von Gütern und Dienstleistungen gegenüber dem vorherigen Quartal um 2 % stieg. Die Warenexporte stiegen um 2,6 %, während die Importe um 1,5 % zunahmen, was auf einen eher geringen positiven Beitrag zum Wachstum hinweist. Die Bruttoanlageinvestitionen nahmen dagegen um 0,2 % ab, wobei die Investitionen in Maschinen und Ausrüstung um 1,4 % zurückgingen, was auf vorsichtige Geschäftsausgaben hinweist.
Die Konsumausgaben stiegen leicht um 0,1 %, wobei sowohl die Konsumausgaben der privaten Haushalte als auch die der öffentlichen Haushalte gleichermassen zum Ergebnis beitrugen. Die preisbereinigte Bruttoinwertschöpfung stieg um 0,4 % und wurde durch einen Anstieg der Produktionsmenge im Gewerbe um 0,9 % unterstützt. Im Jahresvergleich lag das BIP um 1 % höher als im zweiten Quartal 2025 und entsprach dem kalendaranpasseten Wert.
Die Beschäftigung sank in Q2 um 212.000 Personen auf 45,7 Millionen, was einem Rückgang von 0,5 % im Vergleich zum gleichen Zeitraum des vergangenen Jahres entspricht und damit die persistente Schrumpfung der Arbeitsmärkte trotz des Wachstumssprunges unterstreicht.
Des Weiteren wurden historische Korrekturen an den BIP-Daten veröffentlicht, die bis zum Jahr 2011 zurückreichen. Der Ausstoss für 2024 wurde von einer Kontraktion von 0,5 % auf ein Wachstum von 0 % festgelegt. Die jährliche Wachstumsrate für 2025 blieb unangeändert bei 0,2 %, während die vorherigen Jahre mit Aufwärtsanpassungen von bis zu 0,1 Prozentprozentpunkt korrigiert wurden, was insgesamt zu einer Erhöhung des BIP-Wachstum um 0,8 Prozentpunkte über das Jahrzehnt führte.
Das Bruttoinlandsprodukt der Europäischen Union expanderte im Quartal um 0,5%, wobei Spanien unter den grossen Wirtschaften mit 0,7% anführte, gefolgt von Frankreich und Italien mit je 0,2%. Die USA verzeichneten im gleichen Zeitraum ein Wachstum von 0,4%.
Ruth Brand, Präsidentin des Bundesamtes für Statistik, sagte, die Wirtschaft habe das Wachstumsmomentum bewahrt, das Anfang des Jahres erkennbar war, und führte die Expansion vor allem auf eine stärkere Ausfuhr zurück.












