Eine repräsentative Umfrage, die im Februar von dem schweizerischen Renten-und Anlageanbieter finpension in Auftrag gegeben und von der Forschungsfirma Demoscope durchgeführt wurde, hat ergeben, dass jüngere Anleger beinahe gleichviel Vertrauen in künstliche Intelligenz und Bankberater haben.
In der Umfrage, an der 1.016 Personen im Alter von 18 bis 79 Jahren in französisch- und deutschsprachiger Schweiz teilnahmen, wurden Finanzberatungsquellen auf einer Skala von eins bis fünf bewertet. Bankberater erzielten im Durchschnitt 3,7 Punkte, gefolgt von Freunden und Familien mit 3,5 und unabhängigen Finanzberatern mit 3,3. AI erhielt 2,1 Punkte, während sogenannte "Finfluencer" mit 1,9 Punkten abgeschnitten haben.
Der Generationenvergleich ergab eine auffallende Differenz: Bei den Baby Boomers erreichten Bankberater 1,2 Punkte über dem Gesamtergebnis, während KI 1,0 Punkt darunter und Finfluencer 1,2 Punkte darunter lag. Für die Generation Z hingegen kollabierte dieser Unterschied: Bankberater landeten exakt auf dem Normpunktswert von 3,7, und KI folgte eng hinterher mit 2,2 Punkten, nur 0,1 Punkte hinterher.
"Bei jüngeren Generationen ist dieser Vorsprung gegenüber anderen Informationsquellen deutlich kleiner als bei älteren. Das ist ein Signal, das die Branche ernst nehmen sollte", sagte Beat Bühlmann, Gründer und Verwaltungsratsvorstand von finpension.
Die Studie ergab ausserdem, dass Personen, die KI und Finfluencers vertrauen, insgesamt skeptischer gegenüber Bankberatern sind.
Finfluencer bleiben für die meisten Investoren ein marginaler Kanal. Siebzig Prozent der Befragten gaben an, dass sie sich noch nie an Finanzexperten in sozialen Medien gewandt hätten; nur sechs Prozent tun dies regelmässig. Finpension schätzt, dass das in der Schweiz etwa 200.000 Personen entspricht. Der Einsatz unter den jüngeren Generationen steigt stark: 61 Prozent der Investoren der Generation Z haben Finfluencer konsultiert, 16 Prozent tun dies täglich oder mehrmals die Woche. Die Generation X verweist dagegen auf eine regelmässige Expositur bei 13 Prozent, die Babyboomer bei 8 Prozent.
Die Akzeptanz für KI-Tools ist breiter. Sechszig Prozent der Schweizer Bevölkerung nutzt derartige Tools, und 26 Prozent wenden sie für finanzielle oder Anlagefragen an.
Die meisten Investoren entscheiden sich noch immer selbst: 53 Prozent treffen ihre Anlageentscheidungen unabhängig oder mit einem Partner, 35 Prozent ziehen sich an externe Berater wenden, und 12 Prozent überlassen dies ganz und gar der eigenen Bank oder dem eigenen Vermögensberater. Frauen verlassen sich im Vergleich zu Männern deutlich häufiger auf Beratungsunterstützung: 44 Prozent gegenüber 28 Prozent der Männer. Männer treffen ihre Entscheidungen dagegen mit 59 Prozent häufiger unabhängig als Frauen mit 44 Prozent.











