Der deutsche Leitindex Dax stieg am Freitag zu Beginn des Handelssitzungs an und gewann 0,5 Prozent auf 25.389 Punkte, während der Mittelstandsindex MDax um 0,6 Prozent auf 30.976 Punkte ging. Somit konnte der Dax die Wochensicht wieder positiv beeinflussen, nachdem er zuvor auf das Niveau von Ende Juli sank. Diese Stabilisierung folgt auf eine Phase der Unsicherheit, die durch hohe Ölpreise und steigende Anleiherenditen geprägt war. Diese Faktoren hatten zuletzt die Stimmung der Anleger beeinträchtigt. Ein leichter Rückgang der Ölpreise – begünstigt durch die Hoffnung auf eine diplomatische Lösung im Iran-Konflikt – wirkte sich dagegen positiv aus.
Ein zentrales Thema war die mögliche Wiedereröffnung der Hormus-Strasse nach sieben Tagen, falls bestimmte Bedingungen eingehalten werden. Der Iran hatte der US-Regierung über Vermittler einen Vorschlag unterbreitet, wie ein Ende des Konflikts erreicht werden könnte. Laut Medienberichten, durchgehend untermauert durch Aussagen des iranischen Aussenministers Abbas Araghtschi, soll dies Teil eines konstruktiven Gesprächsprozesses sein. Die US-Regierung bestätigte, dass es positive Gespräche über Vermittler gebe. Analysten wie Jochen Stanzl von der Consorsbank betonten, dass die Stabilisierung der Anleihemärkte vorerst nur kurzfristig wirken würde und sich schnell wieder verändern könne. Der Dax verbleibe in einem Handelsspektrum, das etwa fünf Prozent vom Rekordhoch entfernt liegt.
Die Verringerung des Euro gegenüber dem US-Dollar um etwa 2,5 Cent in den letzten zwei Wochen unterstützte zwar den deutschen Export, aber der DAX lag gegenüber den US-Aktienmärkten deutlich hinterher. Während Einzelwerte wie Adidas – mit einem Plus von etwa 2 % – in einem schwierigen Branchenumfeld einen gewinnbringenden Marktanteilszuwachs zeigten, stagnierte der Nebenwerteindex SDax. Besonders betroffen war Hellofresh, das nach einem erwarteten Umsatzrückgang und enttäuschenden operativen Gewinn im dritten Quartal die Prognosen für das laufende Jahr senkte. Die Aktien des Kochboxen-Anbieters sanken auf ein neues Rekordtief und verloren mehr als zwölf %.
Ein weiteres Thema war das Qualitätsproblem bei Airbus, wo bei einigen A321neo-Flugzeugen Abweichungen beim Oberflächen-Schutz an den Längsfestigern festgestellt wurden. Der Konzern bezeichnete dies als nicht-sicherheitsrelevant und hatte bereits eine Lösung entwickelt, was jedoch die Aktien des Flugzeugbauers um mehr als zwei Prozent belastete.
Die Erholung des Dax war massgeblich von der Stabilisierung der Ölpreise abhängig, aber die langfristige Dynamik bleibt abhängig von weiteren Entwicklungen im Iran-Konflikt, dem Euro-Dollar-Währungswechselkurs und der Konjunkturperspektive in Deutschland.











