Die Renditen europäischer Staatsanleihen fielen am Mittwoch nach einem heftigen Rückgang der Ölpreise, nachdem hawkische Signale der Europäischen Zentralbank in den Hintergrund geraten waren, und die Rendite des 10-jährigen deutschen Bundesanleihens fiel unter die Psyche von 3,20%.
Der Zins der deutschen 10-jährigen Bundesanleihe fiel auf 3,195 %, nachdem er in der Vorwoche nahe 15-Jahres-Höhen gelegen hatte. Auch der Zinssatz auf der beiden Jahre laufenden Staatsanleihe (Schatz) dürfte sich auf 2,781 % gesenkt haben, da die Brent-Rohölpreise um mehr als 2,5 % auf unter 86 USD pro Barrel sinkten. Der Rückgang folgte Berichten, denen zufolge die USA und der Iran einem vorläufigen Waffenstillstandsabkommen immer näher kommen, das den freien Transit durch den Hormuskanal gewährleisten sollte.
Isabel Schnabel, Mitglied der Exekutive der EZB, betonte erneut die Notwendigkeit von weiteren geldpolitischen Anpassungen in einem Interview mit Bloomberg News, das am Dienstag veröffentlicht wurde. Sie erklärte, dass die aktuellen Zinssätze es unwahrscheinlich machten, die Inflation über mittelfristig hinweg zu führen. Sie signalisierte, dass ein weiterer Zinsschritt von 25 Basispunkten auf der September-Sitzung der EZB wahrscheinlich sein werde. Die Preisbildung auf den Geldmärkten spiegelte eine wachsende Überzeugung wider, dass ein solcher Schritt eintreffen wird.
Der Rückgang der Ölpreise bot den Anleihemärkten temporäre Entlastung, der die Hawksche Haltung der EZB auswog. Zudem positionierten sich die Investoren für die am Freitag geplante Rede von Federal Reserve-Präsident Kevin Warsh beim Jackson Hole Economic Policy Symposium, an der weitere Hinweise zur US-Geldpolitik erwartet werden.
Die kontrastierenden Kräfte – der geopolitische Optimismus in Bezug auf die Ölversorgung und die Rhetorik der Zentralbanken in Bezug auf die Zinsen – unterstreichen die fragile Balance der globalen Geldmarktteil, während die Politikbereiter Inflationsbedenken gegeneinander abwägen mit Größenrisiken.













