Die Kupferpreise sind auf Rekordniveaue gestiegen, da die Bedrohung durch US-Zölle das globale Marktwesen beeinträchtigen. Die dreimonatigen Kupfer-Futures auf der London Metal Exchange (LME) erreichten am Dienstag 14.343 US-Dollar pro Tonnen, was nur 1,2 % unter dem allerzeitschnellen Rekord von 14.527,50 US-Dollar liegt.
Die Abholungen aus den LME-Lagern sind stark angestiegen, mit 65.400 Tonnen Metall, das in den letzten Tagen durch Stornierungen von Warrants entfernt wurde. Parallel dazu hat sich der COMEX-Lagerbestand 46 Tage in Folge auf ein Rekordniveau von 675.185 Tonnen erhöht, was auf eine verstärkte Lagerhaltung in den USA im Hinblick auf eine mögliche Ausführung von Zöllen hinweist. Die Analysten der CRU hatten zuvor für 2026 ein weltweites Kupferüberschuss von 639.000 Tonnen prognostiziert, doch die Zollgefahr hat diesen Ausblick verändert.
Die Importen von raffiniertem Kupfer aus den USA sind stark gestiegen, mit fast 885.000 Tonnen im ersten Halbjahr 2026, einer Steigerung um 3% im Vergleich zum gleichen Zeitraum des vorherigen Jahres und mehr als dem Doppelte des Volumens der ersten sechs Monate 2024. Die Importe für das ganze Jahr 2025 erreichten ein Rekordniveau von 1,64 Millionen Tonnen. Die potentiellen Zölle, die am 1. Januar 2027 zu einem Satz von 15% eingeführt werden könnten und dann auf 30% im Jahr 2028 steigen würden, haben zu einer beschleunigten Lagerung und zu Behinderungen des Handelsverkehrs geführt.
Die Marktlage hat sich von Überangebot auf Gleichgewicht verschoben, erklärte Robert Edwards, Chef-Cupertler der CRU. "Das ist bestenfalls ein ausgewogenes Markt," sagte er und verwies darauf, dass Kupfer, das in den USA angehäuft wurde, aufgrund der Kostenbarrieren kaum wieder in den weltweiten Handel kommen wird. Alice Fox, eine Strategin von Macquarie, warnte, dass die COMEX-Bestände noch Jahre andauern könnten, wobei sie jedoch darauf hinwies, dass die Preise "massiv ansteigen" würden, sollten die Zölle in Kraft treten. Glencore-CEO Gary Nagle betonte die Rolle der Unsicherheit bei der Anheizung der Rally, wobei er darauf hingewies, dass die US-Vorräte effektiv blockiert seien.
Die Engpässe bei der Angebotslage haben ebenfalls zu dem Aufwärtstreibenden bei den Preisen beigetragen. Amelia Fu, Leiterin der Rohstoffmarktstrategie bei der Bank of China International, nannte geringe Lagerbestände, Störungen in Minen und eine Ausfallzeit im Schmelzwerk Gresik in Indonesien als wesentliche Faktoren. "Wir könnten in den nächsten Wochen oder Monaten neue Rekordhöchststände bei Kupferpreisen sehen", sagte sie. Der Markt bleibt weiterhin sehr sensibel für politische Entwicklungen, da das US-Handelsministerium bis zum 30. Juni dem Weissen Haus einen Bericht vorlegen muss, um eine endgültige Entscheidung über die Zölle treffen zu können.












