Die Gouverneur der Bank of England, Andrew Bailey, sagte am Freitag, dass die Inflationsfolgen der zweiten Runde in Grossbritannien bislang zurück gehalten blieben, trotz der jüngsten Preisvolatilität auf dem Energie-Markt, die mit geopolitischen Spannungen verbunden ist.
In einer Diskussion mit Bloomberg TV bemerkte Bailey, dass die Monetary Policy Committee (MPC) der Bank of England im Juli mit 6:3 für die Beibehaltung des Referenzzinssatzes von 3,75% gestimmt hatte. Diesen Beschluss bezeichnete er als konsistent mit der Einschätzung der BoE, dass die Preiskonzentration im Inland begrenzt ist. Der Gouverneur betonte, dass die Energiepreise aufgrund des US-Iran-Konflikts gestiegen seien, aber betonte, dass die Auswirkungen auf das allgemeine Preiswachstum in Grossbritannien sich noch nicht in nennenswerter Weise bemerkbar gemacht hätten.
Bailey betonte auch die Weichheit auf dem Arbeitsmarkt, die laut seinen Worten die Inflation durch die Einschränkung der Verhandlungsmacht der Arbeitnehmer für höhere Löhne behindere. Obwohl die Finanzmärkte eine Zinserhöhung um einen Viertelprozentpunkt bis zum Ende des Jahres angemessen gewertet haben, warnte Bailey davor, dass dies eher auf Sorgen hinsichtlich eines potenziellen Verschärfungsgeschehens im Konflikt zwischen den USA und Iran als auf dem wahrscheinlichsten politischen Kurs der BoE beruht.
Im Juli hatte Bailey erklärt, dass die Zentralbank keine Hinweise auf einen baldigen Richtungswechsel hin zur Straffung der Geldpolitik gebe. Am Freitag bekräftigte er, dass die Haltung der BoE weiterhin von den Daten abhängig sei und die Entscheidungen des MPC von der Entwicklung der wirtschaftlichen Indikatoren und nicht von spekulativen Marktbewegungen bestimmt würden.
Die Bemerkungen des Gouverneurs stammen aus dem Symposium in Jackson Hole im Bundesstaat Wyoming, das von der US-Notenbank (Federal Reserve) veranstaltet wird, wo sich die Zentrallbanker weltweit über geldpolitische Rahmenbedingungen und die Wirtschaftsaussichten austauschen.












