Die Ankündigung der US-Regierung, langlaufende Staatsanleihen im Wert von mindestens vier Milliarden Dollar pro Transaktion zurückzukaufen, hat die Renditen kurzfristig gedämpft. Die Rendite der 30-jährigen US-Staatsanleihe sank daraufhin um neun Basispunkte auf 5,19 %, während die 10-jährige Rendite bei 4,655 % verharrte. Beide Notierungen hatten zuvor Rekordstände seit 2007 erreicht.
Die Intervention des US-Finanzministeriums signalisiert zwar Handlungsbereitschaft, doch Analysten von JP Morgan betonen, dass der Effekt voraussichtlich nur kurzfristig sein wird. Die strukturellen Herausforderungen – insbesondere die hohe Staatsverschuldung – bleiben bestehen und könnten langfristig zu höheren Risikoprämien führen. «Je mehr die Behörde interveniert, desto mehr Verkäufe institutioneller Investoren wird sie auslösen», warnt Cusson Leung, Chief Investment Officer bei KGI.
Die langfristigen Kreditkosten weltweit haben historische Höchststände erreicht, getrieben von Inflationssorgen und geopolitischen Risiken. Experten verweisen auf die steigende Staatsverschuldung der USA, die seit 2017 von rund 20 Billionen Dollar auf über 40 Billionen Dollar angewachsen ist. Die Finanzierung von Pandemiehilfen und strukturellen Haushaltsdefiziten belastet den Markt zusätzlich.
Die Renditen deutscher Staatsanleihen erreichten ebenfalls 15-Jahres-Höchststände, bevor sie nach der Ankündigung der US-Rückkäufe nachgaben. Höhere langfristige Kreditkosten verteuern die Neuverschuldung von Staaten und schränken deren fiskalischen Spielraum ein. Die Sorge vor einer anhaltenden Inflation, ausgelöst durch mögliche Eskalationen im Nahen Osten, verstärkt die Nervosität der Anleger weiter.













