Wall Street konzentriert sich von den Quartalszahlen von Nvidia auf ein potenzielles unbereinigtes Kreditrisiko in Höhe von 200 Milliarden USD, das mit der Finanzierung von Infrastruktur für künstliche Intelligenz verbunden ist, so Analysten von Morgan Stanley und der Bank of America.
Morgan Stanley geht davon aus, dass die Kreditverbindlichkeiten im Zusammenhang mit KI bis Ende 2028 insgesamt etwa 200 Milliarden US-Dollar erreichen könnten, was vor allem auf Nvidias Rolle bei der Finanzierung von Kunden basiert, die KI-Systeme aufbauen. Das Unternehmen hat kürzlich gemeinsam mit sechs großen US-Finanzinstitutionen, darunter Goldman Sachs, BlackRock und KKR, eine Finanzierungsplattform im Wert von 500 Milliarden US-Dollar gegründet, um die Entwicklung von KI-Infrastruktur zu unterstützen.
Nvidia hat sich außerdem verpflichtet, bis zu 105 Milliarden US-Dollar zu garantieren, um die 20-jährige Nutzung eines großen Rechenzentrums in Ohio von OpenAI zu ermöglichen. Die Größe dieser Verpflichtungen hat die Prüfung der Bonität des Unternehmens und die Risiken im Zusammenhang mit seiner wachsenden Rolle auf dem Kreditmarkt für künstliche Intelligenz verstärkt.
Nach Daten von BNP Paribas stieg die Verschuldung von Hyperscalern im KI-Bereich bis Anfang August 2026 auf 220 Milliarden Dollar, was einem Anstieg von 207 Milliarden Dollar gegenüber dem gleichen Zeitraum im Jahr 2025 entspricht. Die Kreditspreads für Technologieunternehmen haben sich auf 89 Basispunkte gegenüber den US-Staatsanleihen ausgeweitet, neun Basispunkte über dem allgemeineren Investment-Grade-Markt, was auf wachsende Sorgen über den Schuldenstand im Sektor hindeutet.
Der Analyst von BofA, Vivek Arya, unterstrich die Notwendigkeit klarerer Offenlegung von Nvidias Mehrjahresverpflichtungen und erklärte, dass die Quantifizierung dieser Verbindlichkeiten es dem Markt ermöglichen würde, die Risiken besser einzupreisen. Morgan Stanley initiierte eine Kreditdeckung von Nvidia mit einem neutralen Rating und wies darauf hin, dass einerseits die Wachstumspläne des Unternehmens seine Finanzierungskapazitäten verbessern, andererseits aber auch neue Risiken mit sich bringen.
Die Aktien von Nvidia stiegen am Dienstag um 2,2 % und endeten somit eine siebentägige Verlustserie, obwohl Optionshändler einen potenziellen Kursentscheidung von 5,4 % in beide Richtungen einschätzen, was eine Schwankung der Marktkapitalisierung von rund 280 Milliarden USD impliziert. Die konventionelle Verschuldungsquote des Unternehmens bleibt mit 0,4x gering.
Der Umsatz im zweiten Quartal soll sich gegenüber dem Vorjahr fast verdoppeln auf 92,18 Milliarden US-Dollar, angetrieben durch einen mehr als verdoppelten Umsatz im Bereich der Rechenzentren, während der Konsens für das dritte Quartal bei 104,20 Milliarden US-Dollar liegt, was einem jährlichen Wachstum von 82,8 % entspricht.












