Die Vereinigten Staaten drohen, ab dem 1. Januar 2027 eine Zolltarif von 50 % auf Importe von Autos, LKWs, Autoteilen und Stahl aus Kanada zu erheben, was einen lang anhaltenden Handelsstreit eskaliert.
Präsident Donald Trump gab den Vorschlag auf Truth Social bekannt und wiederholte erneut seine Behauptung, dass Kanada die USA seit langem im Handel ausnutze. Er schlug vor, dass Unternehmen die Einfuhrzölle vermeiden könnten, indem sie ihre Produktion in die USA verlagerten, allerdings wurden keine Details zu Ausnahmen genannt.
Die aktuellen US-Zölle gemäß Abschnitt 232 des Trade Expansion Act von 1962 betragen 25% auf importierte Autos, LKW und entsprechende Teile sowie 10-50% Zölle auf Stahl, Aluminium und Kupfer. Laut dem US-Bevölkerungsregister ist Kanada der zweitgrößte Handelspartner, wobei die bilaterale Warenhandelsbilanz im ersten Halbjahr 2024 rund 375 Milliarden US-Dollar betrug.
Die jüngste Bedrohung folgte auf gescheiterte Verhandlungen in der Nacht, bei denen kanadische Beamte versuchen wollten, die Maßnahmen zu verhindern. Als Antwort auf diese Maßnahmen legte Kanada Zölle von 50 % auf etwa 20 Milliarden US-Dollar an US-Produkten ein – rund 5 % des Gesamteinfuhrvolumens –, einschließlich Hockey-Stöcke, Möbel, Honig und Wein. Der kanadische Premierminister Mark Carney kündigte Rachezölle an gegen US-Stahl, Milchprodukte, landwirtschaftliche Maschinen und Elektroniken, die ab dem 8. September gelten sollen.
Trump hatte die 50-prozentigen Zölle zunächst ausgesetzt, um das Projekt der Pipeline Keystone XL voranzutreiben, das bis heute weiterhin ungelöst ist. Die Vorgehensweise der Regierung schwankt; zuvor wurden 100-prozentige Zölle und frühere Abgaben von 25 Prozent auf fast alle kanadischen Waren angedroht, unter Berufung auf eine unzureichende Bekämpfung des Drogenhandels. Die Maßnahmen wurden auch als Druckmittel in nicht zusammenhängenden Infrastrukturgesprächen genutzt, darunter bei einem Bauprojekt für eine Grenzbrücke in der Nähe von Detroit.
Die kanadische Regierung formulierte ihre Reaktion als zielgerichtetes Verteidigungsmaßnahme für die heimischen Industrie, damit ein fairer Wettbewerb mit US-Produkten auf dem kanadischen Markt garantiert wird.












