TikTok plant, rund 150 Megawatt Leistung an einem neuen Datacenterstandort in Kouvola, Finnland, einzusetzen, wie aus einer von dem Unternehmen in Auftrag gegebenen und vom Entwickler Hyperco erstellten wirtschaftlichen Bewertung hervorgeht.
Die Zahlen wurden in einem Report über die wirtschaftlichen Auswirkungen bekannt gemacht, der die beiden Phasen der Anlage detailliert beschreibt. Der Bau der ersten Phase, die 50 Megawatt liefert, begann im September 2025 und ist für das Jahr 2027 geplant. In der zweiten Phase würden weitere 100 Megawatt hinzugefügt, heisst es in dem Bericht.
Die Einrichtung in Kouvola wird Teil des Projekts Clover sein, einer 12 Milliarden Euro umfassenden Initiative von TikTok, die darauf abzielt, die Schutzmassnahmen für Nutzerdaten in der Europäischen Union zu stärken. TikTok, das im Besitz der Peking-basierten ByteDance ist, arbeitet daran, die Datenverarbeitung für seine europäischen Nutzer zu lokalisieren, da es derzeit strenger regulierter Überwachung unterliegt.
Ein Sprecher von TikTok sagte gegenüber CNBC, dass das Unternehmen erst dann ein Mietobjekt wird, wenn die Anlage zur Nutzung zur Verfügung steht. "Sobald das Rechenzentrum in Betrieb ist, soll es Teil von Project Clover werden", sagte der Sprecher. Hyperco wurde um eine Stellungnahme gebeten.
TikTok hat vor einem Jahr erstmals eine Investition von 1 Milliarde Euro in das Datenzentrum in Kouvola angekündigt, obwohl die Kapazitätsdetails zu diesem Zeitpunkt nicht bekannt gegeben wurden. Im April erklärte das Unternehmen, dass es weitere 1 Milliarde Euro in ein zweites Datenzentrum in Lahti investieren würde, auch im Rahmen des Projekts Clover.
Die Expansion kommt zu einem Zeitpunkt, da Finnland zu einem Zentrum für die Entwicklung digitaler Infrastruktur in ganz Europa geworden ist. Hyperskalern, Neoklod-Anbieter und AI-Laboratorien konkurrieren um den relativ reichen Boden und die Stromversorgung des Landes, die in weitem Teilen Europas weiterhin knapp sind.
In den letzten Monaten gab es eine Reihe von grossen Datenzentren in Finnland. Pure DC kündigte im Juli an, dass es 1,5 Milliarden Euro investieren will, um einen Campus mit 110 Megawatt zu errichten, der auf mehr als 550 Megawatt skalierbar ist. Arcem hat Pläne für einen Standort mit bis zu 500 Megawatt Kapazität vorgestellt, und im März enthüllte Nebius Pläne, eines der grössten KI-Werkstätten Europas im Land zu errichten. Nvidia soll ausserdem versuchen, GPU-Käufer mit nordischen Datenzentren-Betreibern zu verbinden, die die Chips einsetzen können.












