Schweizer Vermögensverwalter, insbesondere kleinere Unternehmen, ringen mit unverhältnismäßigen Aufsichtskosten unter dem Landes TBTF-Framework, wie Vivien Jain, CEO der Schweizerischen Vereinigung der Vermögensverwalter (VSV), erklärt.
Direkte externe Aufsichtskosten für kleine Vermögensverwalter belaufen sich oft auf CHF 7.500 pro Mitarbeiter, wie die VSV schätzt, wobei zusätzliche interne Ausgaben für Compliance, Risikomanagement und interne Kontrollen hinzukommen. Für Unternehmen mit niedrigem Risiko und zwei bis drei Mitarbeitern können jährliche Aufsichtskosten bis zu CHF 45.000 bis CHF 55.000 betragen. Die Belastung wirft Fragen auf, ob die Aufsichtsintensität mit dem Risikoprofil derartiger Unternehmen übereinstimmt.
Die VSV hebt Unstimmigkeiten im Aufsichtssystem hervor, einschließlich Diskrepanzen unter den vier Selbstregulierungsorganisationen (SROs), denen Vermögensverwalter beitreten müssen. Unterschiede in der Zertifizierung von Audits, Prüfungsprozessen und risikobasierten Inspektionszyklen erzeugen redundante Arbeitslasten, trotzdem gleichen die gesetzlichen Aufsichtsergebnisse. Kleine Unternehmen fehlen auch Klarheit über Kriterien für die Risikoklassifizierung, sodass sie nicht in der Lage sind, zu bestimmen, wie sie sich für reduzierte Inspektionsfrequenzen qualifizieren können.
Jain betont, dass die VSV nicht für eine schwächere Aufsicht eintreten möchte, sondern eine transparentere, risikobasierte und verhältnismäßige Herangehensweise fordert. Die Vereinigung argumentiert, dass bestehende Unwirksamkeiten im aktuellen System vor der Erweiterung der Finma-Befugnisse angegangen werden sollten. Der Wirtschafts- und Finanzdienstleistungs-Ausschuss des Schweizer Parlaments hat bereits eine Effizienzprüfung der Aufsicht für Nichtbankfinanzakteure angefordert, was der zentralen Forderung der VSV entspricht.
Für unabhängige Vermögensverwalter – Unternehmer, die ihr eigenes Risiko und ihre Reputation tragen – lenken die aktuellen Regulierungsanforderungen erhebliche Ressourcen von den Kernoperationen ab. Der Streit um die TBTF-Aufsicht sollte sich auf Verhältnismäßigkeit konzentrieren, um die Wettbewerbsfähigkeit des Schweizer Finanzsektors aufrechtzuerhalten, behauptet die VSV. Ohne klare Regeln und vorhersehbare Anforderungen riskiert das System, unverhältnismäßige Kosten auf Unternehmen mit niedrigem Risiko aufzubürden, die nur minimal zu systemischen Bedrohungen beitragen.












