Die am Dienstag veröffentlichten Protokollnotizen der Sitzung der Reserve Bank of Australia im August geben an, dass die Geldpolitik-Macher trotz der endgültigen Entscheidung, den Leitzins bei 4,35 % zu belassen – dem höchsten Niveau seit 2012 – über eine Zinssatzanhebung um 25 Basispunkte diskutierten.
Aus den Protokollen der Sitzung geht hervor, dass die Mitglieder die Möglichkeit diskutierten, die Geldpolitik weiter zu verschärfen, um die steigenden Inflationsrisiken zu bewältigen. Die Mitgliederbank jedoch verriet nicht die Anzahl der Funktionäre, die sich für eine Anhebung aussprachen. Der Geldkurs bleibt weiterhin am oberen Ende der Schätzungen für eine neutrale Geldpolitik, wobei finanzielle Konditionen als "etwas zugespitzt" beschrieben wurden.
Die Inflationsrate verlangsamte sich im Juni-Quartal auf 3,9 %, unterhalb der vom RBA im Mai prognostizierten Rate von 4,8 %, vor allem aufgrund schwächerer Kraftstoff-und Reisepreise als einer breitenbasierten Disinflation. Allerdings stellten die Entscheidungsträger fest, dass die Inflation noch immer deutlich über dem Zielbereich der Zentralbank von 2 % bis 3 % liegt. Die korrigierte mittleren Inflationsrate wird voraussichtlich bis Mitte 2027 über 3 % liegen, ehe sie sich auf 2,5 % senkt. Bis zum Jahr 2026 wird die wirtschaftliche Wachstumskraft abnehmen prognostiziert.
Die Arbeitslosenquote ist prognostiziert, dass sie graduell steigen wird und bis zum Ende von 2028 auf 4,8% zurückfällt, während der Arbeitsmarkt etwas stärker als erwartet abgemildert wurde. Die politischen Entscheidungsträger fügten an, dass der Arbeitsmarkt trotz der jüngsten Abkühlung weiterhin etwas angespannt bleibt. Auch der Immobilienmarkt hat sich schärfer als erwartet abgeschwächt. Die nationalen Immobilienpreise sind rund 1,5% von ihrem März-Höchststand gefallen, und die Nachfrage nach Wohnkrediten ist stark zurückgegangen, insbesondere bei Investoren.
In den Protokollbeiträgen werden mehrere Quellen für erneute Preisdruckkräfte hervorgehoben, darunter erhöhte Ölpreise im Zusammenhang mit geopolitischen Risiken im Nahen Osten, verstärkte Kostentransferwirkungen auf Geschäftsbereiche, stärkere Investitionen in KI und Rechenzentren als erwartet, eine robuste Nachfrage aus privaten Haushalten und schwächeres Produktivitätswachstum. Die Zinsschätzungen für die Zinssätze belasten nun 13 % die Wahrscheinlichkeit eines 25-Basispunkt-Steigens auf 4,60 % auf der Sitzung am 28. und 29. September und steigen bis Februar auf 67 %.
Die Geldpolitikvertreter betonen erneut, dass die Geldpolitik bereits "genug restrictiv" ist, um die Inflation innerhalb eines vernünftigen Zeitraums wieder auf das Ziel zu führen. Wenngleich die Debatte über weitere Straffung die anhaltenden Sorgen über die persistente Inflation betont.












