Die Politsache des Reservebank of Australia war bei der Frage, ob die Zinssätze auf ihrer Sitzung im August angehoben werden sollten, gespalten, wie aus am Dienstag veröffentlichten Protokollen hervorgeht. Mehrere Mitglieder argumentierten, dass ein Anstieg auf 4,6 % möglicherweise gerechtfertigt gewesen wäre, um gegen Aufwärtsinflationsrisiken vorzugehen.
Der neun Mitglieder umfassende Rat kam nach einer bewussten Abwägung zwischen der Inflationskontrolle und dem wirtschaftlichen Wachstum zu dem Entschluss, den Leitzins bei 4,35% zu halten. Während einige Mitglieder die Notwendigkeit vorwegnützlicher Massnahmen betonten, setzten andere auf die Zurückhaltung, um die Inflationsprognose anhand der neuen Daten klarzustellen.
Die Marktpreise vor dem politischen Gipfeltreffen am 28. und 29. September reflektieren nach Swap-Daten eine geringe Wahrscheinlichkeit von 13% für eine Zinspanhebung. Bis Februar 2025 haben Händler jedoch eine Wahrscheinlichkeit von etwa 67% für einen weiteren Zinsanstieg eingepreist. Die Entscheidung, die Zinsen unverändert zu lassen, kam nach Zeichen einer Abkühlung der Inflation, einer leichten Zunahme der Arbeitslosigkeit und einer Abschwächung des Immobilienmarktes.
Zu den externen Risiken zählen geopolitische Spannungen im Nahen Osten, insbesondere die mögliche Unterbrechung des Ölflusses durch den Hormuskanal, ausserdem der weltweite Boom bei KI- und Rechenzentrumsinvestitionen sowie anhaltende Produktivitätsprobleme. Die Brent-Rohöl-Futures wurden zuletzt nahe der Marke von 92 US-Dollar pro Barrel gehandelt, nachdem sie im Juli zuvor auf 70,14 US-Dollar gesunken waren.
Die RBA betonte in ihrer Forward Guidance, dass künftige Entscheidungen von den eingehenden Informationen abhängen, da das Gremium strengt darum geht, Inflationsrisiken gegenüber den allgemeinen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen abzuwägen. Die USA unternahmen ebenfalls am Montag Massnahmen und kündigten erweiterte Sanktionen gegen die iranische wirtschaftliche Infrastruktur an.













