Die griechische Energiegruppe Motor Oil (ATSE: MOH) verzeichnete im ersten Halbjahr 2026 einen Nettogewinn von €686 Millionen, was einer Vervierfachung gegenüber €162 Millionen im Vorjahreszeitraum entspricht. Grund waren rekordhohe Raffineriemargen bei gleichzeitig erhöhten Rohölpreisen.
Der Umsatz stieg um 43% auf €7,52 Milliarden, das bereinigte EBITDA legte um 114% auf €967 Millionen zu. Das Ergebnis je Aktie kletterte auf €6,33 (Vorjahr: €1,50 im ersten Halbjahr 2025). Die Nettoverschuldung des Unternehmens ging per 30. Juni auf €814 Millionen zurück, ein Rückgang um €765 Millionen gegenüber dem Jahresende 2025.
Die Raffineriemargen erreichten im ersten Halbjahr 2026 einen bereinigten Wert von €165 pro metrische Tonne, mehr als doppelt so hoch wie die €65 im Vorjahreszeitraum und über dem bisherigen Rekord von €137 pro metrische Tonne aus dem Jahr 2022. Brent-Rohöl notierte im ersten Halbjahr durchschnittlich bei $92 pro Barrel, gegenüber $72 im ersten Halbjahr 2025. Die Cracks für schwefelarmen Diesel erreichten im ersten Quartal $34,6 pro Barrel, während die Cracks für Flugkraftstoff im zweiten Quartal auf $51,8 pro Barrel anstiegen.
Motor Oil verarbeitete im ersten Halbjahr 2026 6,6 Millionen metrische Tonnen Rohöl und Einsatzstoffe, gegenüber 5,5 Millionen metrischen Tonnen im Vorjahr. Rohöl machte 80% der verarbeiteten Mengen aus, wobei Irak und Libyen mit 46% bzw. 25% die wichtigsten Rohöllieferanten waren. Das bereinigte EBITDA des Kraftstoffgeschäfts stieg auf €782 Millionen (Vorjahr: €330 Millionen), während die Nettoverschuldungslage des Segments in einen Cash-Überschuss von €290 Millionen umschlug.
Das Konsumentendienstleistungssegment, das 1.540 Tankstellen betreibt, verzeichnete Umsatzerlöse von €2,53 Milliarden und ein bereinigtes EBITDA von €69 Millionen. Das Elektrifizierungssegment erweiterte seine Erneuerbare-Energien-Kapazität auf 1.020 Megawatt und erhöhte die Anzahl öffentlicher Ladesäulen für Elektrofahrzeuge auf 2.112. Das Segment Kreislaufwirtschaft meldete Umsatzerlöse von €241 Millionen und ein EBITDA von €32 Millionen.
Die Kapitalausgaben-Prognose für das Gesamtjahr wurde auf €420 Millionen von zuvor €650 Millionen gesenkt, was auf Zeitverschiebungen bei den Investitionen in Erneuerbare Energien infolge der Transaktion mit PPC Renewables zurückzuführen ist. Motor Oil behielt seine langfristigen Ziele von 2 Gigawatt Erneuerbare-Energien-Kapazität und €250 Millionen EBITDA bis 2030 bei. Das Unternehmen schüttet seit 25 Jahren in Folge Dividenden aus.












