Die US-Investmentbank Morgan Stanley hat die amerikanischen Depositary Receipts (ADRs) von Rio Tinto am Dienstag mit einem «Underweight»-Rating eingestuft. Grund dafür sei das begrenzte Aufwärtspotenzial nach einer starken Performance des Minenwerts seit Jahresbeginn.
Das Kursziel wurde auf 90 Dollar pro ADR festgelegt, was einem Abschlag von mehr als 14% gegenüber dem Schlusskurs der Vortagesnotierung entspricht. Das Ziel basiert auf dem aktuellen Wechselkurs und spiegelt eine Bewertung wider, die sich an durchschnittlichen Multiplikatoren für Enterprise Value zu EBITDA sowie Kurs zu Nettoinventarwert orientiert.
Die «Underweight»-Einstufung folgt auf eine Herabstufung der Londoner Aktien von Rio Tinto auf «Underweight» von «Equal-Weight» am 8. Juli. Damals wurde auch das Londoner Kursziel von 69,20 auf 68,10 Pfund reduziert. Bereits Ende Januar hatte die Bank die Aktie von «Overweight» auf «Equal-Weight» zurückgestuft – begründet mit einem ungünstigeren Risiko-Rendite-Profil bei Kursen nahe historischen Durchschnittswerten.
Die vorsichtige Haltung der Analysten begründet sich in mehreren Belastungsfaktoren: einer nachlassenden Nachfrage nach Eisenerz, Ausführungsrisiken bei grossangelegten Projektentwicklungen sowie möglichen Branchenkonsolidierungen, die regulatorischen und Corporate-Governance-Hürden begegnen könnten. Im Bewertungsmodell wird ein gewichteter durchschnittlicher Kapitalkostensatz von 8,9% angesetzt und für die Jahre 2026–27 ein EV/EBITDA-Multiple von 6,4x unterstellt – unverändert gegenüber früheren Einschätzungen.
Die ADRs von Rio Tinto schlossen zuletzt bei 104,90 Dollar, womit das neue Kursziel unter dem aktuellen Niveau liegt. Der Minenkonzern hat bisher noch keine Halbjahreszahlen vorgelegt; diese werden weitere Aufschlüsse über die operative Performance und die Kapitalallokationspläne geben.












