Das Departement Mobilität, Raumplanung und Umwelt des Kantons Wallis bestätigte am Dienstag, dass Lonza die Hauptphase der Beseitigung von Quecksilber im Oberwallis abgeschlossen hat. Damit wurde ein zehnjähriges Anstrengung abgeschlossen, um die Kontamination in Zusammenhang mit den historischen Abwasserentwässerungen des Pharmaspezialisten zu beseitigen.
Insgesamt wurden 3,5 Tonnen Quecksilber aus rund 170 000 Quadratmetern Boden in Raron, Niedergesteln und Visp extrahiert. Die Verschmutzung stammte aus jahrzehntelang in den Rhône freigesetzten Quecksilberhaltigen Abwässern über den Grossgrundkanal, wobei verschmutzte Sedimente sich anschließend auf Gärten und landwirtschaftliche Flächen ausbreiteten.
Die Sanierungsmaßnahmen umspannten zwei verschiedene Phasen. Zuerst wurden Wohngebieten behandelt, die über 100 000 Quadratmeter und 174 Grundstücke umfassten. Zunächst wurden im Jahr 2016 Pilotuntersuchungen durchgeführt und 2017 erfolgte eine systematische Reinigung. Böden mit mehr als 2 Milligramm Quecksilber pro Kilogramm wurden ausgegraben und durch sauberes Material ersetzt.
Die landwirtschaftliche Fläche, die einen Bereich von etwa 60.000 Quadratmetern umfasst und in der die Quecksilberkonzentrationen über 7 Milligramm pro Kilogramm liegen, wurde ab 2023 im großen Umfang saniert. Dazu wurde während zwei Jahren ein besonderes Bodemanagement durchgeführt, um die Fruchtbarkeit und die strukturelle Integrität zu erhalten.
Die Gesamtkosten des Projekts beliefen sich auf 51 Millionen Schweizer Franken, von denen Lonza 93,5% oder ungefähr 47,5 Millionen Franken finanziell gewährte. Der Kanton Wallis leistete einen Beitrag in Höhe von 2 Millionen Franken, die restlichen 1,5 Millionen Franken entfielen auf die Kommunen.
Umweltschutzorganisationen wie Ärzte für Umwelt und der WWF bezeichneten die Fertigstellung als einen großen Erfolg für die öffentlichen Gesundheit und Ökosysteme und machten in einer gemeinsamen Erklärung darauf aufmerksam, dass die Quecksilberverunreinigung langfristige Risiken für Menschen und die Tierwelt darstellt. Weitere Untersuchungen zum Verschmutzungsstatus des Grossgrundkanals sind in Gange.
Ein separates Sanierungsprojekt auf der ehemaligen Deponie von Lonza in Gamsenried soll bis Ende 2026 oder Anfang 2027 beginnen.









