Rohöl-Futures tendierten am Dienstag höher, da Unsicherheiten über Exporte durch die Straße von Hormuz und die allgemeinen Spannungen im Nahen Osten die Risikoaufschläge erhöhten und Brent sowie WTI auf die höchsten Stand seit Ende Juli trieben.
Brent-Rohöl-Futures stiegen um 87 Cent oder fast 1 % auf 91,89 USD je Barrel bis 11 Uhr MEZ, während US-West-Texas-Intermediate-(WTI-)Rohöl um 1,17 USD oder 1,4 % auf 86,11 USD zulegte. Beide Benchmarks gewannen am Mittwoch jeweils rund 1 % und handelten nahe Dreitageshochs.
Der Aufwärtstrend spiegelt die Sorgen vor möglichen Unterbrechungen von einem Fünftel der globalen Öl- und Flüssiggasflüsse durch die Straße von Hormuz wider, einer kritischen Engstelle. Die Spannungen verschärften sich, nachdem am Montag ein vorübergehender Waffenstillstand zwischen der US-israelischen Koalition und dem Iran ausgelaufen war. US-Präsident Donald Trump erklärte am Dienstag, dass keine Verhandlungen mit dem Iran geführt würden und die Straße von Hormuz offen bleibe, doch ein namentlich nicht genannter hochrangiger iranischer Funktionär sagte gegenüber Reuters, das Land gehe angesichts der diplomatischen Blockade zu einer „vollständig offensiven“ Militärhaltung über.
Zu den geopolitischen Risiken gesellten sich Lieferengpässe bei russischen Ölexporten aus dem Schwarzmeerhafen Noworossijsk, wo die Ausfuhren im ersten Halbjahr August auf etwa 2,3 Millionen Barrel pro Tag sanken – 15 % unter den ursprünglichen Ladeplänen. Analysten wiesen darauf hin, dass Raffinerien weltweit angesichts enger Treibstoffmärkte, die durch Angriffe der Ukraine auf russische Raffinerieanlagen verschärft wurden, verstärkt Rohöl sicherten.
In den USA stiegen die Rohöllagerbestände laut Daten der Energy Information Administration (EIA) letzte Woche um 4,4 Millionen Barrel auf 428,8 Millionen. Auch die Raffinerieauslastung erhöhte sich um 1 Prozentpunkt auf 97,2 %, was auf eine starke Nachfrage hindeutet.
Marktteilnehmer verwiesen auf den erhöhten Risikoaufschlag in den Preisen. Dennis Kissler, Senior Vice President Trading bei BOK Financial, betonte, dass die Rohöl-Futures durch anhaltende Spannungen im Nahen Osten gestützt würden, darunter die Entscheidung der VAE, nach jüngsten Raketenangriffen die finanziellen Verbindungen zum Iran zu kappen. Ahmad Assiri, Research-Stratege bei Pepperstone, verwies darauf, dass Brent über 91 USD je Barrel gestiegen sei und damit signalisiere, dass Händler mit der Möglichkeit höherer Preise im dreistelligen Bereich rechneten.











