Die israelische Zentralbank senkte ihren Leitzins zum dritten Mal in Folge am Dienstag und trotzte damit dem globalen Straffungszyklus, während die meisten bedeutenden Wirtschaften die Kreditzinsen erhöhen, um die Inflation zu bekämpfen. Die Bank of Israel reduzierte ihren Referenzzinssatz um 25 Basispunkte auf 3,25%, den niedrigsten Stand seit Ende 2022.
Die Entscheidung folgt auf zwei vorherige Kürzungen im November und Januar, die nach dem Verschärfung der Spannungen mit dem Iran gestoppt wurden, bevor im Mai und Juli eine Lockerung wieder aufgenommen wurde. Die Zentralbank nannte schwache Preisdrücke und die Stärke des Schekels als Schlüsselfaktoren für ihre Entscheidung. Die Inflation lag im Juli bei 1,5 % und lag damit auf einem angenehmen Niveau innerhalb des Zielbands der Zentralbank von 1 % bis 3 %.
Während der bruttonationale Produkt (BNP) Israels im zweiten Quartal um 15,4% jährlich gestiegen ist, schrumpfte die Wachstumsrate nach Abzug der Produktion inländischer Unternehmen im Ausland auf 3,8% im Vergleich zum vierten Quartal 2025. Die Zentralbank unterstrich, dass künftige Anpassungen der Politik von den Inflationstrends, der wirtschaftlichen Aktivität, den geopolitischen Risiken und der fiskalischen Politik abhingen. Sie hatte zuvor für Mitte 2027 einen Zinsboden in der Nähe von 3% prognostiziert.
Diese Entscheidung steht in kontrast zu den Verschärfungsphasen, die in anderen grossen Volkswirtschaften stattfinden. Die Europäische Zentralbank wird in der Wahrnehmung vieler Beobachter ihre Zinssätze erneut erhöhen, und zwar bei ihrer nächsten Sitzung nächste Woche nach ihrer Zinsschraube im Juni. Die jüngste Entscheidung der Israelischen Zentralbank unterstreicht ihr Fokus auf Preisstabilität, wirtschaftliche Unterstützung und Marktstabilität in Anbetracht der erhöhten regionalen Unsicherheit.












