Die indische Wirtschaft wuchs im Zeitraum von Januar bis Juni um 7,8% gegenüber dem Vorjahreszeitraum und übertraf damit die Prognose von Reuters von 7,1%. Die Zahl hat jedoch Skepsis hervorgerufen, da die Methode zur Berechnung des bruttonationalprodukts in Frage gestellt wird.
Die Wachstumsrate, wie sie vom Statistikministerium veröffentlicht wurde, steht in scharfem Kontrast zu den nominalen BIP-Zahlen, die unter der vorherigen Berechnungsmethode bei 2,6 % gelegen hätten. Bei der im Februar eingeführten überarbeiteten Methode wurde das nominale BIP für April-Juni 2025 mit 80 Billionen Rupees (850 Milliarden USD) angegeben, gegenüber 86,05 Billionen Rupees unter der alten Serie. Der verwendete Wechselkurs betrug 1 US-Dollar = 94,4725 Indische Rupien.
Kritiker argumentieren, dass die Überarbeitung den Jahresvergleich durch Verkleinerung der BIP-Basis im Vorjahreszeitraum aufbläht. Der ehemalige Bürokrat des Finanzministeriums, Subhash Chandra Garg, bezeichnete die Wachstumsrate als Folge "statistischer Gymnastik", während der ehemalige Gouverneur der Reserve Bank of India, Raghuram Rajan, war Ursache, warum die hohen BIP-Zahlen sich nicht in sichtbaren Gewinnen bei der Beschäftigung, den privaten Investitionen oder den ausländischen Portfolioeinlagen äusserten.
Der Deflator der Regierung – ein Mass für Preisänderungen, das verwendet wird, um das nominale Bruttoinlandsprodukt (BIP) an das reale BIP anzupassen – lag im Quartal bei 2,3 %. Er lag deutlich unter der Einzelhandelsinflation von mehr als 4 % und der Grosshandel inflation von über 9 %. Die Ökonomen von Societe Generale bemerkten, dass der laufende niedrige Deflator Zweifel über die grundlegende Stärke der realen Wirtschaftsaktivität aufwirft. ICICI Securities Primary Dealership betonte, dass während der Deflator unter den Input- und Output-Preisdrücken liegt, die Inputpreise schneller steigen als die Outputpreise.
Die Hochfrequenzindikatoren zeigen ein gemischtes Bild. Im August stiegen die Autoverkäufe um 21 %, das Wachstum des Bankenkredits erreichte ein Dekadehoch von 19 % und die netto Steuereinnahmen erhöhten sich im Zeitraum April bis August um über 23 % gegenüber dem Vorjahr. Der Produzentenpreisanzeiger bezieht nun mehr als 300 Deflatoren für Eingangs- und Ausgangswerte ein, gegenüber ca. 180 zuvor.
Die Debatte über Indiens Wachstumszahlen findet in einem breiteren Kontext von Bedenken hinsichtlich Datentransparenz und der Zuverlässigkeit der Wirtschaftsstatistiken statt. Politische Entscheidungsträger und Analysten fordern eine gründlichere Überprüfung der Methodik.












