Island hat eine Posting von US-Präsident Donald Trump auf der Plattform Truth Social scharf kritisiert, in der ein Landkarte gezeigt wird, die Island, Grönland, Mexiko, Mittelamerika und die Karibik unter der amerikanischen Flagge positioniert zu scheinen.
Island rief den amerikanischen Botschafter Billy Long nach dem Beitrag vom 8. September, der ohne Bildunterschrift oder Erklärung erschien, zu einem Gespräch. Aussenministerin Thorgerdur Gunnarsdottir erklärte, das Treffen sei dazu ausgerichtet, zu erklären, dass das Bild aus isländischer Sicht völlig inakzeptabel sei.
Auf einer Pressekonferenz sagte Gunnarsdottir dem isländischen Fernsehsender RÚV, dass das nordische Land mit knapp 400.000 Einwohnern mit Grönland über Trumps Annexionsdrohungen steht und seine Haltung nicht ändern werde. "Das ist kein Witz", erklärte sie. "Wenn es als Witz gedacht sein soll, ist er sehr schlecht."
Ein Sprecher des Weissen Hauses war am Mittwochmorgen nicht sofort für einen Kommentar zur Verfügung, als er angesprochen wurde.
Trump hat schon lange für eine US-Beherschussung von Grönland, dem autonomen dänischen Territorium, aus Sicherheitsgründen geworben. Während einer Sonderansprache auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos, Schweiz, Anfang dieses Jahres, scheinen er wiederholt Grönland und Island miteinander zu verwechseln.
Reichstag von Island stimmte kürzlich dafür, die Gespräche über eine Wiedereröffnung der Mitgliedschaft in der Europäischen Union abzulehnen, weil nationale Prioritäten wie die Kontrolle über den Fischereisektor schwerere gewichten als geopolitische Sicherheitsaspekte.
Auch dänische und mexikanische Beamte stellten sich gegen die Karte. Der dänische Aussenminister Lars Løkke Rasmussen bezeichnete den Post als "beunruhigend und in vielerlei Hinsicht völlig unangebracht" und erklärte gegenüber dem staatlichen Sender DR, dass er darauf hindeute, dass der US-Präsident noch immer eine "maximalistische Vision" vertrete, die zurückgehalten werden müsse.
Die mexikanische Präsidentin Claudia Sheinbaum sagte am Montag, dass Mexiko "weder eine Kolonie noch ein Protektorat irgendeines fremden Landes sein wird" und fügte hinzu: "Auf stolz schauend sind wir eine freie, unabhängige und souveräne Nation."












