Der globale Markt für nachhaltige Verpackungen wird auf 272 Mrd. US-Dollar geschätzt, doch Papier alleine kann die Anforderungen vieler Anwendungen nicht erfüllen. Lebensmittelverpackungen müssen Sauerstoff, Feuchtigkeit und Fette abwehren, während die Recyclingfähigkeit erhalten bleibt. Graphen könnte hier eine Schlüsselrolle spielen.
Sparc Technologies (ISIN: AU0000115750) arbeitet gemeinsam mit dem australischen Verpackungsunternehmen Detmold Packaging an grafenbasierten Beschichtungen für Papierverpackungen. Ziel des Projekts ist es, dünne, leistungsstarke Barrierschichten zu entwickeln, die traditionelle Mehrschichtssysteme aus Kunststoff, Aluminium und Polymeren ersetzen können. Dabei soll Graphen nicht nur die Barrierewirkung verbessern, sondern auch das Gewicht, die Festigkeit und die Haltbarkeit der Verpackungen erhöhen.
Die Partnerschaft befindet sich noch in der Forschungphase. Sparc entwickelt und testet graphenverstärkte Polymere, während Detmold die Materialien in Verpackungserzeugnisse integriert und sie nach Industriestandards überprüft. Eine kommerzielle Vereinbarung fehlt noch, aber das Projekt wird von Sparc als strategisch relevant eingeschätzt. Das Unternehmen kann so sein Know-how über Schutzbeschichtungen auf einen neuen Markt übertragen und könnte Graphen langfristig für verschiedene industrielle Anwendungen anbieten.
Der Markt für nachhaltige Verpackungen ist mit 272 Milliarden US-Dollar zwar groß, aber das adressierbare Segment für grafene Verstärkung im Innengewebe ist deutlich kleiner. Dennoch unterstreicht die Größe des Gesamtmarktes das Potenzial der Innovation. Wenn es gelingt, Papier mit leistungsstarken Barriereschichten auszustatten, könnte Graphen dazu beitragen, eines der größten Hindernisse für nachhaltige Verpackungen zu überwinden.
Mondi (ISIN: GB00BMWC6P49) investiert ebenfalls in die Entwicklung papierbasierter Hochbarriere-Lösungen. Der Konzern hat 16 Mio. Euro in eine neue Produktionslinie in Polen investiert, um FunctionalBarrier Paper Ultimate herzustellen. Die Lösung soll Sauerstoff, Wasserdampf und Fett besonders stark abwehren und gleichzeitig recycelbar sein. Anwendungen reichen von Kaffee über Müsliriegel bis zu Gewürzen.
Auch Nestlé (ISIN: CH0038863350) forscht intensiv an nachhaltigen Verpackungen. Der Konzern entwickelte für Nescafé eine Hochbarriere-Nachfüllverpackung aus Papier, die das Gewicht um 97% reduziert und über den Papierstrom recycelt werden kann. Darüber hinaus arbeitet Nestlé mit IBM an einem KI-Modell zur Identifizierung neuer Hochbarriere-Materialien, die Feuchtigkeit, Sauerstoff und Temperaturschwankungen abwehren sollen.













