Die Schweizerische Finanzmarktaufsichtsbehörde (FINMA) berichtete, dass die unter ihrer Aufsicht stehenden Institutionen auch bis 2025 stabil blieben, obwohl die finanziellen und nichtfinanziellen Risiken aufgrund des Konflikts in der Ukraine, der Turbulenzen im Nahen Osten und der Handelskonflikte mit China zunahmen. Die Schweizer Finanzinstitute profitierten vom stabilen institutionellen, politischen und rechtlichen Rahmen des Landes, so Stefan Walter von der FINMA in seiner Rede auf der jährlichen Pressekonferenz.
Die Vermögenslage in den Banken und die Solvenzraten bei den Versicherern blieben im gesamten Jahr stabil. Das Bankenguthaltungsfestigungsniveau blieb weiterhin auf hohem Niveau. FINMA führte im Rahmen von für die Schweiz einzigartigen Stresstests für schweizerische Investmentfonds zusammen mit detaillierten Analysen und Vor-Ort-Untersuchungen nach den internationalen Anforderungen durch. Die Tests ergaben, dass 8,2 % der Anleihefonds und 3,3 % der Aktienfonds im Stresstest nicht mit genügend Liquidität haushalten könnten. FINMA führte ausführliche Untersuchungen zu diesen Fonds durch.
Immobilien und Hypotheken gehörten weiterhin zu den grössten Risiken für die Schweizer Finanzzentren und stellten Bedrohungen für die Kreditausfallverzichtsmöglichkeiten und die Immobilienbewertung dar. Einige Banken gingen dem FINMA zufolge die Regeln für die basisorientierte hypothekarische Regelung zu weit, weshalb der Aufsichtsorgan verstärkte Risikomanagement-Konzepte verlangte und individuelle Kapitalpauschalen für mehrere Institute verhängte, die mit zu lockeren Kreditkriterien, einem hohen Kreditwachstum und unterschätzten Immobilienwerte konfrontiert waren. Das FINMA veröffentlichte auch neue Leitlinien zu den Anforderungen für Hypothekendarlehen.
Zur klimarelevanten und naturbezogenen Finanzrisiken führten die FINMA in gesonderten Supervisorgesprächen mit den grossen Banken und Versicherungen Überlegungen zum steigenden physischen Risiko durch den Klimawandel und führten einen Ein-Tages-Inspektionstermin an einzelnen Banken mit erhöhten Klimarisikoprofielen durch. Bei der UBS sammelten FINMA und die Schweizerische Nationalbank einen Klimaszenario-Bericht zusammen, der das grösste Verlustpotenzial im Geschäftsgrundportfolio identifizierte.
Eine weitere Schwerpunktthema war die operationelle Resilienz, die durch die zunehmende Konzentration der auslagerten Kern-IT-Systeme bei einer geringen Anzahl von Dienstleistern und die damit verbundene Expositionsgefahr durch Cyberangriffe entstanden ist. Die FINMA erhöhte den verstärkten Blick auf Organisationstrukturen im Cybersicherheitsbereich bei den Genehmigungs- und Aufsichtsverfahren, beteiligte sich daran, eine nationale Krisenorganisation für Cybersicherheitsverletzungen zu gründen, und arbeitete mit dem Eidgenössischen Finanzdepartement, der SNB und anderen Stellen zusammen, um die Bereitstellung für eine koordinierte schnelle Reaktion in einer Krise zu beschleunigen.
Was den Kundenschutz betrifft, verstärkte die FINMA ihre Durchsetzungsmassnahmen im Jahr 2025, insbesondere bei der Beurteilung der Eignung für komplexe Produkte mit hohem Verlustpotenzial. Die Behörde fand heraus, dass einige Kunden ohne ausreichende Prüfung der Risikotragfähigkeit und Risikotoleranz in liquide und risikoreiche Anlagen investiert worden waren, und reagierte in diesem Bereich entschieden, etwa bei Verstössen gegen die Verhaltenskodex-Regeln des Gesetzes über die Finanzdienstleistungen. Die FINMA legte weiterhin einen immer grösseren Schwerpunkt auf präventive Aufsicht, führte bei den beaufsichtigten Einrichtungen mehr „deep-dives“ durch, um direkt mit Verwaltungsräten, Management, Compliance- und internen Prüfungsabteilungen zusammenzuarbeiten und frühzeitig der Ursache von Problemen auf die Spur zu kommen.












