Zürich, Schweiz – Auf dem vierten Small and Mid-Size Insurers Symposium beschrieb FINMA-Direktor Stefan Walter jüngste Aufsichtsschritte der Aufsichtsbehörde sowie zukünftige Prioritäten für die Schweizer Versicherungsbranche.
Walter erklärte, dass das Forum einen zentralen Kanal für einen direkten Dialog mit kleineren Versicherern bietet, den er für einen praktischen, risikobasierten Aufsichtsansatz von entscheidender Bedeutung ansieht. Er betonte, dass die Stabilität und Glaubwürdigkeit des Sektors wichtiger Bestandteil der Gesamtresilien des Schweizer Finanzzentrums sind.
Im Rahmen des Solvenztests 2025 zeigten die Solvenzwerte der an dem Test beteiligten Versicherungen weitgehend unverändert auf, was auf ein stabiles Bilanzumfeld hinweist. Im Bereich des Kunden- und Verbraucherschutzes hebt die FINMA die Massnahmen im Jahr 2024-25 im Bereich der Zusatzversicherung hervor, bei denen sie Preisstreicherungen begrenzen und verschiedene Preisreduzierungen durchführen konnte. Die Behörde lobt ausserdem die Fortschritte seit 2020 in der Transparenz und Preisgestaltung bei den Zusatzkosten in der Gesundheitsversorgung, weist aber zugleich darauf hin, dass die Verträge mit Ärzten und Kliniken den regulatorischen Standards entsprechen müssen, und führt dies an dem zum Teil bis Frühjahr 2025 fehlenden Einhaltung der Standards in den Kantonen Genf und Waadt an.
Bei der Aufsicht über Vermittler lehnte die FINMA zahlreiche Anträge nichtqualifizierter Versicherungsvermittler ab. Im Jahr 2024 und 2025 führte der Regulator 1622 externe Hinweise zu potenzieller Verschlechterung des Verhaltens von Vermittlern und Versicherern auf und griff in 271 Fällen ein. Zudem identifizierte er rund 1000 Marktteilnehmer, die ohne angemessene Zulassung oder Qualifikation tätig waren. Viele dieser Aktivitäten umfassten falsche Beratung, Betrug oder unaufgefordertes Cold-Calling im Bereich der Krankenversicherung.
Walter ging auf klimaspezifische Risiken ein und verkehrte sich dazu am Beispiel der Felslawine vom 28. Mai 2025 in Blatten im Wallis, die versicherte Schäden in Höhe von geschätzt CHF 320 Millionen verursachte. Er sagte, dass trotz der Abwesenheit grösserer Hagel- und Überschwemmungsereignisse die Schäden durch Naturkatastrophen im Jahr 2025 über dem Durchschnitt lagen. Der Regulierungsbehörde unterstrich, dass Versicherer die Berücksichtigung klimarelevanter Risiken in ihre Risikomanagementstrukturen integrieren müssen.
Ab 2025 veröffentlicht die FINMA jährlich einen Bericht zu klimarelatierten Risiken im Rahmen ihrer Verpflichtungen nach dem CO₂‑Gesetz. Der Bericht gibt Auskunft über die derzeitigen klimabedingten Risiken der Schweizer Finanzinstitute, die Massnahmen der Versicherer zur Bekämpfung dieser Risiken sowie die eigenen Mitigation-Massnahmen der FINMA. Walter sagte abschliessend, dass die klimabedingten Risiken voraussichtlich zunehmen werden und dass die Aufsichtsbehörde auch weiterhin die Entwicklung und das Verhaltensmuster der Marktteilnehmer überwachen wird, um sowohl den Kunden als auch die Stabilität der Schweizer Finanzmarkt zu gewährleisten.
DasОсновziel der FINMA bleibt der Schutz der Marktteilnehmer und die Erhaltung eines stabilen und funktionierenden Finanzsystems, wobei der Rolle des Versicherungssektors bei der Gewährleistung finanzieller Sicherheit, der Unterstützung des Gesundheitswesens und der Wahrung der Rechtsicherheit besondere Bedeutung eingeräumt wird.










