Die Direktor der US-Notenbank, Michael Barr, sagte am Dienstag, die Zentralbank sei weiterhin offen für weitere Zinserhöhungen, wenn die Inflation keine eindeutigen Anzeichen dafür zeigt, dass sie sich dem 2-Prozent-Ziel zuwendet.
In seiner Rede auf dem Second Chance Lending Forum in New York wies Barr darauf hin, dass die Inflation "über mehr als fünf Jahre hinweg zu hoch" geblieben sei, und unterstrich damit die Dringlichkeit nachhaltigen Fortschritts. Er betonte, dass die Federal Open Market Committee entschieden handeln werde, um die Kreditkosten zu erhöhen, wenn sich aus den eingehenden Daten nicht ein ausreichender Disinflationsprozess bewegen. "Wenn die Inflation nicht die zu erwartende Entschleunigung zeigt, dann sollten wir meiner Meinung nach drastisch verkaufen, um die Zinssätze zu erhöhen", sagte Barr.
Die Referenzzinsspanne der Fed liegt derzeit bei 3,50% bis 3,75%. Die Finanzmärkte haben für die kommende geldpolitische Sitzung am 15. und 16. September einen Anstieg um 25 Basispunkte eingepreist, was auf wachsende Erwartungen einer strafferen Geldpolitik hinweist.
Barr wies auch darauf hin, dass die Zentralbank ihre restriktive Haltung beibehalten werde, wenn die Datentrends Zuversicht darüber geben, dass die Inflation nachhaltig auf das Ziel von 2 % tendiert. "Wenn die Datentrends mir einen gewissen Grad an Vertrauen geben, dass die Inflation auf 2 % sinkt, dann denke ich, dass wir noch etwas länger warten können, um unsere geldpolitische Haltung zu beurteilen", fügte er hinzu.
Diese Bemerkungen stehen im Einklang mit Signalen von anderen Fed-Vertretern, darunter dem Präsidenten der Fed von Kansas City, Kevin Warsh, der auf dem Wirtschaftssymposium in Jackson Hole erklärt hat, dass die Entscheidungsmacher sicherstellen müssen, dass die zugrunde liegende Inflation „klar und mit ausreichender Geschwindigkeit“ auf unser Ziel zugeht.
Barr unterstrich die solide wirtschaftliche Entwicklung, die auch durch Investitionen in künstliche Intelligenz angetrieben wird, und beschrieb den Arbeitsmarkt als stabil mit einer relativ geringen Arbeitslosigkeit. Trotz dieser positiven Kennzahlen betonte er erneut, dass die Fed ihre Aufmerksamkeit auf die dauerhafte Inflationszielsetzung von 2 % richtet.













