Europäische Aktien legten am Mittwoch leicht zu, da ein scharfer Rückgang der Brent-Rohölpreise die harten Signale einer EZB-Politikerin ausglich; der Stoxx Europe 600 Index gewann 0,11%.
Brent-Rohöl fiel um 2,6% auf 86,32 US-Dollar pro Barrel und setzte damit den Rückgang der vorangegangenen Sitzung um 5% fort, nachdem regionale Vermittler Fortschritte hin zu einem befristeten Waffenstillstand zwischen den USA und dem Iran gemeldet hatten. Die potenzielle Vereinbarung umfasst Garantien für eine ungehinderte kommerzielle Schifffahrt durch die Straße von Hormus, was die Sorgen um Versorgungsunterbrechungen dämpfte. Iran und Oman bestätigten jeweils die Wiederaufnahme bilateraler Gespräche, die auf die vollständige Wiedereröffnung der Schifffahrtsroute abzielen.
Isabel Schnabel, Mitglied des EZB-Direktoriums, warnte, dass die Inflation unter dem aktuellen Leitzins mittelfristig kaum ins Ziel korrigieren werde, und signalisierte weiteren Verschärfungsbedarf. Schnabel führte anhaltende Spannungen im Nahen Osten und die unerwartete Widerstandsfähigkeit der Euro-Raum-Wirtschaft als Aufwärtsrisiken für die Verbraucherpreise an. Die Geldmarkt-Erwartungen preisen zunehmend einen EZB-Zinsschritt von 25 Basispunkten im September ein.
Die Trading-Desks gingen mit Vorsicht an die wichtigen Ereignisse heran, darunter die Veröffentlichung des Quartalsergebnisses von Nvidia für das zweite Quartal, die US-PCE-Daten und das Economic Policy Symposium in Jackson Hole. Die Halbleiteraktien in Europa zeigten ein gemischtes Bild, wobei ASML Holding NV, STMicroelectronics NV und Infineon Technologies AG zu den Aktiven gehörten. Die großen europäischen Indizes – der DAX in Deutschland, der CAC 40 in Frankreich und der FTSE 100 in London – blieben weitgehend unverändert, was den Zerrfluss zwischen sinkenden Energiepreisen und geldpolitischen Bedenken widerspiegelte.












