Die europäischen Erdgaspreise haben am Dienstag nahe den jüngsten Hochs stagniert, nachdem die neuesten US-Sanktionen gegen den Iran keine unmittelbaren Störungen des regionalen Lieferungsnetzes ausgelöst haben. Die niederländischen Frontmonatsfutures und entsprechende Grossbritanien-basierte Grosshandelskontrakte verbesserten sich um etwa 7% in der vorigen Woche und drückten die Benchmarkpreise auf das höchste Niveau seit Mitte März, obwohl die Handelsvolumina auf eine Konsolidierungsphase hinwiesen.
Die Stabilisierung folgte nach der Ankündigung von neuen Massnahmen Washingtons gegen Teheran, die die erwarteten maritimen Blockaden oder die Beschlagnahmung von Schiffen im Persischen Golf vermieden haben. Analysten stellten fest, dass die Sanktionen weitgehend bestehende Beschränkungen für die iranische Schifffahrt und Technologie verstärkt haben und die physische Lieferdynamik nicht wesentlich verändert haben. „Der sogenannte 'ökonomische D-Day' ist gekommen und wieder vergangen, ohne den erwarteten Lieferungsschock zu verursachen“, sagte ein Händler bei einem europäischen Energiekonzern. „Die Risiko-Prämien werden verringert, aber der Hormuskanal bleibt eine latente Bedrohung.“
Die europäischen unterirdischen Gasspeicher befanden sich mit etwas mehr als 60% der Gesamtkapazität weit unter dem typischen Takt usserhalb der Heizperiode im Herbst. Die hohe Nachfrage nach Klimatisierung in den Sommermonaten und die Umleitung von FrachtlNG aus Katar nach Asien haben den saisonalen Nachfüllprozess stark belastet, so Industrieangaben von Gas Infrastructure Europe. Die Speicherniveaus bleiben weiterhin ein wichtiger Bereich, während sich der Kontinent auf den Winter vorbereitet, wobei die regionalen Knotenpunkte die Transitrisiken durch die Hormus-Engbrücke sorgfältig überwachen.
Der Brent-Rohöl-Future wurde bei etwa 91,50 USD pro Barrel gehandelt, während der WTI-Future um 5,57% auf 80,65 USD gefallen ist, was auf ein gemischtes Energieumfeld hinweist. Die Analysten führen die Unterschiede auf regionale Versorgungssicherheit und veränderte LNG-Flows zurück, die die unmittelbaren Bedenken über Störungen der persischen Golf-Exportmengen trotz anhaltender geopolitischer Spannungen gelöst haben.












