Die europäischen Erdgaspreise entspannten sich am Donnerstag, nachdem Händler nach einem Anstieg auf Mehrjahreshöhen Anfang der Woche ihre Gewinne abgesichert hatten.
Der niederländische Vertrag für den Front-Monat fiel laut Marktdaten um 1,7 % auf 72,23 € pro Megawattstunde (MWh), nachdem er zuvor ein Höchstniveau von 74,32 € erreicht hatte. In Grossbritannien sackte der NBP Grosshandelsgasvertrag um 2,7 % auf 178,08 Pence pro Therm ab, nachdem er in der vorherigen Sitzung die 183-Pence-Marke durchbrochen hatte – sein höchstes Niveau seit Ende 2023.
Der Rückgang folgte auf zwei aufeinanderfolgende Baisse-Sessionen, wobei die Preise nach einem starken Anstieg aufgrund der erhöhten Spannungen im Nahen Osten etwas entspannten. Der britische NBP-Kontrakt hatte zuvor die Höchststände des fünften Monats des Konflikts in der Region übertroffen und unterstrich die Volatilität auf den Energiemärkten angesichts der anhaltenden geopolitischen Instabilität.
Die Zuversicht in den Märkten wurde weiter erschwächt durch Versorgungsverbrecherungen im Hormuskanal, einem wichtigen Durchgangsweg für weltweiten LNG-Transporte. Der Kanal, durch den etwa ein Fünftel des See-LNG-Verkehrs läuft – der hauptsächlich aus Katar stammt – wurde aufgrund militärischer Handlungen für den Handel stark eingeschränkt. Daten zur Schiffsverfolgung zeigen, dass der Verkehr bei einem Bruchteil der Pre-War-Niveaus liegt.
Die direkten militärischen Aktionen haben sich intensiviert, darunter die US-Luftangriffe auf iranische militärische Anlagen im Persischen Gulf sowie die iranischen Vergeltungsangriffe mit Raketen auf US-Standorte in Jordanien. Diese Entwicklungen haben den Wettbewerb zwischen europäischen und asiatischen Energieversorgern um Spot-LNG-Ladungen aus dem Atlantikraum verschärft, die Lieferbedingungen verhärtet und höhere Preisniveaus unterstützt.
Die europäischen Importeure sind immer mehr auf alternative Quellen angewiesen, um reduzierte Lieferungen von traditionellen Anbietern auszugleichen. Der Konflikt im Nahen Osten unterbricht die etablierten Handelswege und erhöht die Beschaffungskosten.













