Die europäischen Rohgaspreise stabilisierten sich am Donnerstag und legten ein Zwischenniveau unter, während die Energie-Märkte die diplomatischen Entwicklungen im Persischen Golf bewerteten. Der niederländische Termin am nächsten Montag, die regionale Referenz, notierte praktisch flach bei 65,61 Euro pro Megawattstunde, während die britischen Grosshandels-Gas-Futures in der Nähe von 160,50 Pence pro Therm bewegten.
Die Stabilisierung fiel nach einem 3-prozentigen Rückgang der Grosshandelsgaskonzessionen am Mittwoch zusammen, was mit einem allgemeinen Abverkauf von Rohstoffen einherging, der durch Berichte über fortschreitende Verhandlungen zwischen Washington und Teheran getriggert wurde. Diese Verhandlungen umfassen Bestimmungen zum Schutz der Handelsverkehre durch die Strasse von Hormuz, eine wichtige Transitroute für den globalen Energieversorgung. Die Stimmung verbesserte sich weiter, nachdem der Premierminister von Katar nach Teheran reiste, um bei den Vermittlungsbestimmungen zur Wiederherstellung der ungehinderten Seeumläufe beizutragen.
Die europäischen Gaslagen bleiben vor der kommenden Heizsaison angespannt. Die regionalen Speicherinjektionen hinken hinterher, weil der sommerliche Strombedarf durch kontinentale Hitzewellen persistiert und die LNG-Ladungen aus Katar verzögert werden. Die Daten von Gas Infrastructure Europe zeigen europaweit eine Speicherauslastung von 62 Prozent, was unter den üblichen Werten in diesem Jahreszeitraum liegt. Die Analysten von ING stellten fest, dass die Injektionen deutlich hinter dem Zeitplan liegen, was zu Bedenken führt, dass Europa möglicherweise Schwierigkeiten haben wird, die von der EU vorgegegebenen Speicherdaten bis zum Winter zu erreichen.
In den Vereinigten Staaten bieten die hohen Gasbestände – nach UBS-Forschung fast 8 % über dem fünfjährigen Durchschnitt – einen potenziellen Puffer. Die heimische Produktion bleibt robust, und neue Exporthäfen und Pipelineinfrastrukturen, die in Kürze fertiggestellt werden sollen, dürften die LNG-Zuversorgung nach Westeuropa in diesem Jahr weiter stärken, sofern die Schifffahrtswege offen bleiben. Brent-Rohöl lag bei rund 87,40 US-Dollar pro Fass und fand Unterstützung, nachdem vier aufeinanderfolgende Sitzungen mit Kursverlusten hintereinander erfolgt waren.












